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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an Timotheus 1,15-17

Das Wort ist glaubwürdig und wert, daß man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der erste.

Aber ich habe Erbarmen gefunden, damit Christus Jesus an mir als erstem seine ganze Langmut beweisen konnte, zum Vorbild für alle, die in Zukunft an ihn glauben, um das ewige Leben zu erlangen.

Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Während sich Paulus den ihm anvertrauten Auftrag der Verkündigung des Evangeliums in Erinnerung ruft, erinnert er sich an seine Begegnung mit dem Herrn auf seinem Weg nach Damaskus. Als er vor Agrippa steht, stellt er sich ihm mit folgenden Worten vor: „Ich ... sperrte viele der Heiligen ins Gefängnis; und wenn sie hingerichtet werden sollten, stimmte ich dafür. Und in allen Synagogen habe ich oft versucht, sie durch Strafen zur Lästerung zu zwingen; in maßloser Wut habe ich sie sogar bis in Städte außerhalb des Landes verfolgt“ (Apg 26,10f). Paulus fragt sich, wie Gott ihn trotz alledem auserwählen konnte. Paulus erlebt es wie ein Wunder, dass er für würdig befunden wurde, dem Evangelium zu dienen. Er weiß genau, dass der einzige Grund seiner Sendung von oben kommt: „Aber ich habe Erbarmen gefunden“. Das gilt im Übrigen für jeden Jünger und jede Jüngerin. Der Apostel rechtfertigt jedenfalls sein vergangenes Leben nicht mit seiner Unkenntnis des Evangeliums. Er gibt zu, dass er sich von der blinden Kraft des Bösen leiten ließ, die immer zu ungerechter und nicht zu rechtfertigender Gewalt führt. Aus diesem Grund ist seine Dankbarkeit gegenüber Gott für die erhaltene „so übergroße Gnade“ umso größer. Von jenem Moment an lebt der Apostel ein neues Leben in Gemeinschaft mit Christus, woraus er die Kraft des Glaubens und das Drängen der Liebe schöpft. Er vergisst das vergangene Leben nicht, von dem er sich nunmehr losgesagt hat, doch seine Erinnerung gibt ihm Anlass zu Demut und Dankbarkeit gegenüber dem Herrn. Er bezeichnet sich als „der Geringste unter allen Heiligen“ (Eph 3,8), als „der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe“ (1Kor 15,9). Jetzt ist er zum Vorbild für die Jünger aller Zeiten geworden. Er ist das klare Zeugnis dafür, dass niemand so weit von Gott entfernt ist, dass er nicht von der Barmherzigkeit Gottes erreicht werden könnte. Das Lobbekenntnis mündet in ein Dankgebet. Der Herr zeigt eine solch unendliche Liebe zu den Sündern, deshalb kann man nicht anders als ihm die größte Ehre zu erweisen.


12/09/2015
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