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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Maria, die Mutter Gottes, die unter dem Kreuz gelitten hat und Gedenken an alle, die Mitleid haben mit denen, die gekreuzigt, allein und verurteilt sind.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 7,31-35

Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich?

Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte (Hochzeitslieder) gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.

Johannes der Täufer ist gekommen, er ißt kein Brot und trinkt keinen Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen.

Der Menschensohn ist gekommen, er ißt und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!

Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder recht bekommen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Diese Worte des Evangeliums bringen ein hartes Urteil über die Generation zum Ausdruck, die weder den Täufer noch den Menschensohn verstand. Später wird Jesus sie anklagen: „O du ungläubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen?“ (Mt 17,17). Auch als Petrus das Obergemach an Pfingsten verließ, sagte er zu denen, die ihm zuhörten: „Lasst euch retten aus dieser verdorbenen Generation!“ (Apg 2,40). Es geht nicht darum, dass Jesus und Petrus eine pessimistische Position vertreten, sondern sie erkennen wie blind jede Generation ist, wenn es darum geht, die „Zeichen der Zeit“ zu verstehen, also die Zeichen Gottes und des Heiles, die in der Geschichte der Menschheit geschrieben stehen. Unsere Generation heute verschließt sich leicht in sich selbst und ihren eigenen kleinen Horizont, auch weil die Werte und Ideale verfallen. So wird sie taub für Ermahnungen und für Hoffnungen. In unserem Wesen sind wir so sehr von uns und unseren Ängsten eingenommen, dass wir nur das sehen, was uns selbst betrifft. Deshalb sind wir mit nichts zufrieden. Jesus sagt traurig zu seinen Zuhörern, dass Johannes gekommen ist, um Buße zu tun und beschuldigt wird, von einem Dämon besessen zu sein; nun kommt er selbst und isst und trinkt und wird als Fresser bezeichnet. Weder der eine noch der andere kann es uns recht machen, weder das eine noch das andere passt uns. Sehr oft verfällt man in Unzufriedenheit und Jammern, weil man sich selbst und die eigene kleine Welt um jeden Preis verteidigen will.


15/09/2010
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