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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 14,1-6

Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!

Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.

Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin die gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?

Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus hat gerade den Aposteln das Gebot der Liebe gegeben und nun sagt er ihnen, dass er von ihnen gehen wird: „Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch“ (13,33). Dies sind Worte voller verzehrender Zärtlichkeit. Die Jünger werden traurig, als sie ihn so sprechen hören. Wie soll man sich auch damit abfinden, einen solch außergewöhnlichen Freund zu verlieren? Jesus spricht aber weiter zu ihnen und tröstet sie: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen ... Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen“. Jesus wünscht vor allem, dass die Bindungen der Freundschaft nicht zerreißen, und fügt deshalb hinzu: „damit auch ihr dort seid, wo ich bin“. So geht er voraus, um für jeden von uns einen Platz vorzubereiten. Mit diesen Worten lässt Jesus einen kleinen Lichtstrahl auf unsere Zukunft scheinen. Wie oft haben wir uns Fragen über das Leben nach dem Tod gestellt und oft fragen wir uns, was mit unseren verstorbenen Freunden geschehen ist, mit denen, die wir geliebt und für die wir vielleicht gearbeitet und gelitten haben. Das Evangelium lässt uns nicht ohne Antwort auf diese Fragen. Als wollte es uns den Trost mit Händen greifen lassen, spricht es zu uns über das Jenseits als einem großen, geräumigen Haus, in dem unsere Freunde wohnen, die fernen und die nahen. Zu ihnen und zu diesem Ort führt uns ein sicherer Weg, der Jesus selbst ist. In der Bindung an ihn haben wir die Gewissheit, dass nichts von unserem Leben verloren geht: Nicht ein Gedanke, nicht eine Geste der Zuneigung ist vergebens; alles wird aufbewahrt und beschützt wie ein wertvoller Schatz und wird erleuchtet vom Licht der Verkündigung, die wir an Ostern empfangen haben, dass nämlich das Leben über den Tod gesiegt hat. Jesus scheint überzeugt, dass die Jünger die Wahrheit über das verstanden haben, was jenseits des Todes kommt, sodass er sagt: „Wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr“. Tatsächlich aber war es nicht so, wie es auch für uns heute nicht so ist. Thomas fragt im Namen aller, was denn dieser Weg sei. Jesus gibt ihm noch einmal eine klare Antwort: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Indem wir mit ihm vereint bleiben, sind wir gewiss, dass wir auf dem richtigen Weg gehen, bis wir zum Vater gelangen, der im Himmel ist.


20/05/2011
Gedenken an den gekreuzigten Jesus


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