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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Zachäus, der auf einen Baum stieg, um den Herrn zu sehen und dem die Bekehrung des Herzens geschenkt wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der zweite Brief des Johannes 1,7-13

Viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen; sie bekennen nicht, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist.

Achtet auf euch, damit ihr nicht preisgebt, was wir erarbeitet haben, sondern damit ihr den vollen Lohn empfangt.

Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre bleibt, hat den Vater und den Sohn.

Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß.

Denn wer ihm den Gruß bietet, macht sich mitschuldig an seinen bösen Taten.

Vieles hätte ich euch noch zu schreiben; ich will es aber nicht mit Papier und Tinte tun, sondern hoffe, selbst zu euch zu kommen und persönlich mit euch zu sprechen, damit unsere Freude vollkommen wird.

Es grüßen dich die Kinder deiner auserwählten Schwester.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Autor des Briefes erinnert die Christen in den ersten Versen an den Primat der gegenseitigen Liebe und betont scheinbar die Bedeutung eines Lebens in Liebe, um nicht der Hinterlist der Irrlehrer zu erliegen. Es ist ungewöhnlich, dass der „Älteste“ die Bedeutung der gegenseitigen Liebe auch deshalb unterstreicht, damit man nicht in einen Glaubensirrtum verfällt. Tatsächlich gibt es eine Verbindung zwischen dem Leben in der Liebe und dem Bleiben in der Wahrheit, die wir sowohl im Evangelium als auch in anderen neutestamentlichen Schriften finden. Man denke nur an die mahnenden Wort des Johannes in seinem ersten Brief: „Wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit“ (1Joh 3,18). Der Apostel Paulus schreibt an die Korinther: „Die Liebe freut sich an der Wahrheit“ (1Kor 13,6). Eine erste einfache Überlegung betrifft die Eintracht des gemeinsamen Lebens, das sowohl die Gemeinschaft in der Liebe als auch die Gemeinschaft im Glauben umfasst. Beide Bereiche können nicht voneinander getrennt werden, als könne man ohne Verständnis des Glaubensbekenntnisses in der Kommunion leben und umgekehrt. Unter den deutlichsten uns bekannten Beispielen ist die Episode vom Bekenntnis des Petrus in Cäsarea. Das Bekenntnis war richtig, doch die Ablehnung des Leidens Jesu entfernte Petrus vom Meister. Der Autor des Briefes warnt vor denen, die „nicht bekennen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist“. Hier berühren wir das Herz des christlichen Glaubens. Jesus ist nicht nur schon im Fleisch gekommen, sondern er kommt weiterhin. Er ist nämlich weiter in seiner Kirche und in der Gemeinschaft der Jünger anwesend, wie er selbst gesagt hat: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20). Die Gemeinde wird somit zum „Fleisch“ Jesu im Ablauf der Geschichte. In Bezug auf dieses Geheimnis darf man nicht nachgiebig sein. Daher ist auch die Härte in den Versen 10–11 gegenüber denen erklärbar, die diese geschichtliche, konkrete, Fleisch gewordene Verbindung zwischen Jesus und den Seinen leugnen. In dieser Verbundenheit finden die Jünger die Fülle der Freude. Die Konkretheit der Beziehung der Jünger zu Jesus und ihres Glaubens an ihn spiegelt sich darin wieder, wie sie miteinander leben und wie sie persönlich von Mensch zu Mensch sprechen.


27/08/2012
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