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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Die Juden feiern Schawuot (Pfingsten).


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Kolosser 1,24-29

Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.

Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkündige,

jenes Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war. Jetzt wurde es seinen Heiligen offenbart;

Gott wollte ihnen zeigen, wie reich und herrlich dieses Geheimnis unter den Völkern ist: Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit.

Ihn verkündigen wir; wir ermahnen jeden Menschen und belehren jeden mit aller Weisheit, um dadurch alle in der Gemeinschaft mit Christus vollkommen zu machen.

Dafür kämpfe ich unter vielen Mühen; denn seine Kraft wirkt mit großer Macht in mir.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus weiß genau um die Verbindung zwischen Liebe und Kreuz und schreibt an die Kolosser, dass er sich über die Leiden freut, die er für sie erträgt. Von unserem Schmerz geht wirklich nichts verloren und kein Leiden ist umsonst, vor allem wenn der pastorale Dienst der Grund dafür ist. Alles ist gleichsam im Kelch des Leidens Christi am Kreuz aufgehoben. Paulus weist auf den tiefen Sinn hin, der im Leiden des Jüngers verborgen ist: Es geht darum, im irdischen Leben zu ergänzen, was an den Leiden Christi noch fehlt. In der Grenzerfahrung wird der Gläubige dem Gekreuzigten ähnlich und weiß, dass auch im Leiden die Macht des Auferstandenen am Werk ist. Daher kann sogar das Leid eine Quelle von Freude und Frohmut sein, weil es zur Gemeinschaft und Gnade wird. Im Leid wie auch im Tod sind die Gläubigen untereinander vereint. Zudem weiß der Apostel, dass er Christus ähnlich werden und auch Prüfungen und Feindschaft ertragen muss, um den Menschen das Evangelium zu bringen. Auf der anderen Seite darf er sich nicht dem Auftrag entziehen, das Evangelium zu verkünden, denn darin offenbart Gott der Menschheit seinen Heilsplan. Den Auftrag, „das Wort Gottes in seiner Fülle“ zu verkünden, hat Paulus von Gott selbst erhalten. Mit dieser Aussage erläutert er die Bedeutung des pastoralen Dienstes, nämlich das Wort Gottes in die Herzen der Gläubigen auszusäen, damit sie wachsen und Jesus Christus ähnlicher werden. So ist der Dienst am Evangelium zu verstehen. Paulus scheut sich nicht, das Wort Gottes als „Geheimnis“ zu bezeichnen, denn in ihm ist die Liebe Gottes anwesend, die er den „Heiligen“ offenbart hat, damit sie diese Liebe nun an alle Menschen weitergeben. Es ist somit die Aufgabe der Christen aller Zeiten, die frohe Botschaft Christi nicht nur auf abstrakte Weise zu erklären, sondern das Evangelium so weiterzugeben, dass es das Herz der Zuhörer betroffen macht und zur Umkehr führt. Der Hirte hat außerdem die Aufgabe, die Gläubigen zu ermahnen, zu belehren und zu begleiten, damit das Wort Gottes in ihren Herzen wächst und Frucht bringt und sie vollkommen macht. Paulus vergleicht diesen Dienst mit einem Kampf „unter vielen Mühen“. Doch nur so kann der Same Frucht bringen. Das ist der eigentliche Sinn der pastoralen Sendung der Kirche in der Welt. Zu Recht betont Paulus die Universalität des Evangeliums, denn alle Menschen sind berufen, ein Leben in Christus zu führen, in ihm den Sinn des eigenen Lebens zu finden und so zur Vollkommenheit, also zum Heil, zu gelangen.


15/05/2013
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