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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Philipp Neri (1515–1595), den „Apostel Roms“.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesus Sirach 35,1-15

Viele Opfer bringt dar, wer das Gesetz befolgt;

Heilsopfer spendet, wer die Gebote hält;

Speiseopfer bringt dar, wer Liebe erweist;

Dankopfer spendet, wer Almosen gibt:

Abkehr vom Bösen findet das Gefallen des Herrn: als Sühne gilt ihm die Abkehr vom Unrecht.

Erscheine nicht mit leeren Händen vor dem Herrn,

denn das alles muß geschehen, weil es angeordnet ist.

Die Opfergabe des Gerechten macht den Altar glänzend von Fett, und ihr Wohlgeruch steigt zum Höchsten auf.

Das Opfer des Gerechten ist angenehm, sein Gedenkopfer wird nicht vergessen werden.

Freigebig ehre den Herrn, nicht gering sei die Gabe in deinen Händen.

Bei all deinen guten Werken zeig ein frohes Gesicht, und weihe deinen Zehnten mit Freude!

Wie Gott dir gegeben hat, so gib auch ihm, freigebig und so gut, wie du kannst.

Denn er ist ein Gott, der vergilt, siebenfach wird er es dir erstatten.

Versuche nicht, ihn zu bestechen, denn er nimmt nichts an;

vertrau nicht auf Opfergaben, die durch Unterdrückung erworben sind. Er ist ja der Gott des Rechts, bei ihm gibt es keine Begünstigung.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nachdem der Verfasser die unaufrichtigen Opfer einer scharfen Kritik unterzogen hat (Sir 34,18-26), ruft er dazu auf, Opfer mit Treue zum Gesetz zu verbinden: „Viele Opfer bringt dar, wer das Gesetz befolgt; Heilsopfer spendet, wer die Gebote hält.“ Jesus Sirach schätzt den Gottesdienst so sehr, dass er auffordert: „Erscheine nicht mir leeren Händen vor dem Herrn … die Opfergabe des Gerechten macht den Altar glänzend von Fett, und ihr Wohlgeruch steigt zum Höchsten auf.“ Der Gläubige soll mit Freude das Opfer darbringen und er betont: „Dankopfer spendet, wer Almosen gibt” und „Abkehr vom Bösen findet das Gefallen des Herrn; als Sühne gilt ihm die Abkehr vom Unrecht.“ Diese doppelte Ausrichtung auf den Gottesdienst und auf die Beachtung des Gesetzes, das die Nächstenliebe einfordert, scheint in diesen Zeilen klar auf, so wie in den Schriften der Propheten. Ihre Vollendung finden sie in Jesus, der das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe als Erfüllung des Gesetzes erklärt. Die Gesetze des Herrn beachten, ohne Schuld und Fehl zu leben, den Armen und Schwachen zu Hilfe kommen, das ist der wahre Gottesdienst, den man dem Herrn darbringen soll. Die Worte von Jesus Sirach wiederholen, was der Prophet Hosea (Hos 6,6) gesagt hat und was wir im Matthäus-Evangelium wiederfinden: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (Mt 12,7). So beschreibt der Verfasser die wahre Religion: der Gläubige befolge, was Gottes Wort von ihm verlangt. Er soll nicht „mit leeren Händen vor dem Herrn“ erscheinen, sondern zu Gott das tragen, was ihm zu tun aufgetragen war. Das Evangelium wird die Wege der Barmherzigkeit ausweiten über alle Grenzen hinweg. Für Jesus steht die Barmherzigkeit im Zentrum der Verkündigung des Gottesreiches; die Hilfe für die Bedürftigen wird zum Gottesdienst. Unser Opfer wird nach der Großherzigkeit bemessen, mit der wir den Armen helfen, unsere Hände denen entgegenstrecken, die Hunger und Durst leiden, die nackt und bloß sind; nach unserer Nähe zu denen, die hilflos sind und Trost brauchen. Für Jesus ist es die Barmherzigkeit, in der sich Gott offenbart. Er macht keinen Unterschied, seine Liebe schenkt er allen, ohne Ausnahme; er hört den Schrei des Unterdrückten, das Rufen der Witwen und Waisen. Und die gleiche Barmherzigkeit muss der Jünger leben, der in der Gegenwart des Herrn steht.


26/05/2015
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