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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 12,5-16a

so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören.

Wir haben unterschiedliche Gaben, je nach der uns verliehenen Gnade. Hat einer die Gabe prophetischer Rede, dann rede er in Übereinstimmung mit dem Glauben;

hat einer die Gabe des Dienens, dann diene er. Wer zum Lehren berufen ist, der lehre;

wer zum Trösten und Ermahnen berufen ist, der tröste und ermahne. Wer gibt, gebe ohne Hintergedanken; wer Vorsteher ist, setze sich eifrig ein; wer Barmherzigkeit übt, der tue es freudig.

Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!

Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung!

Laßt nicht nach in eurem Eifer, laßt euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn!

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!

Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft!

Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!

Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!

Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet euch nicht selbst für weise!

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Mit dem 12. Kapitel beginnt der eindringlichste Teil des Briefs, der direkt an den vorigen Gedankengang anknüpft. Der Apostel legt dar, was kraft der offenbarten Gerechtigkeit von den Gläubigen erwartet wird. Das eben gehörte Stück umfasst Ermahnungen, die sowohl das interne Gemeindeleben – hier wird das berühmte Bild vom Leib aus dem ersten Korintherbrief (12,12-27) wiederaufgegriffen – als auch die Beziehungen zur Außenwelt betreffen, die bereits Feindseligkeit an den Tag legt und zu ersten Formen der Verfolgung greift. „Wie wir an dem einen Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder denselben Dienst leisten“, schreibt der Apostel, „so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören“ (V.5) Innerhalb eines Leibes widerspricht die Vielzahl der Glieder nicht etwa der Einheit und Funktionstüchtigkeit des Leibes, sondern dient ihr. Genauso ist es in der Kirche und in jeder christlichen Gemeinde, die der Herr mit vielen Gaben, vielen Charismen bereichert, damit alle zum Wachstum der Liebe und zur Entfaltung des frohbotschaftlichen Zeugnisses beitragen. Jeder ist durch das Band der Liebe mit den anderen vereint, doch der Herr gibt jedem eine Aufgabe im Dienst an der Gemeinschaft. Man ist also nicht in der Kirche, damit jeder sich selbst verwirklicht, sondern wir alle sind auf das Wachstum der Gemeinschaft, auf das harmonische Wachstum des einen Leibes – Christus – hin berufen. Natürlich behält dabei jeder seine Identität. Denn der Geist setzt die Identitäten nicht außer Kraft, sondern stimmt sie aufeinander ab in einer neuen Gemeinschaft, die aus den verschiedenen Gliedern einen einzigen Leib werden lässt. Die christliche Gemeinschaft erwächst daher nicht aus den Anlagen der Einzelnen und auch nicht aus der Homogenität ihrer Bestandteile, sondern aus der Liebe Gottes, der aus vielen eines und aus unterschiedlichen Menschen eine Gemeinschaft macht.


03/11/2015
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