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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den Hl. Anselm (1033-1109), der Benediktinermönch und Bischof von Canterbury war und aus Liebe zur Kirche das Exil auf sich nahm.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 13,13-25

Von Paphos fuhr Paulus mit seinen Begleitern ab und kam nach Perge in Pamphylien. Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück. Sie selbst wanderten von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien. Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich. Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten schickten die Synagogenvorsteher zu ihnen und ließen ihnen sagen: Brüder, wenn ihr ein Wort des Trostes für das Volk habt, so redet. Da stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört! Der Gott dieses Volkes Israel hat unsere Väter erwählt und das Volk in der Fremde erhöht, in Ägypten; er hat sie mit hoch erhobenem Arm von dort herausgeführt und fast vierzig Jahre durch die Wüste getragen. Sieben Völker hat er im Land Kanaan vernichtet und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben, für etwa vierhundertfünfzig Jahre. Danach hat er ihnen Richter gegeben bis zum Propheten Samuel. Dann verlangten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre. Nachdem er ihn verworfen hatte, erhob er David zu ihrem König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird. Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt. Vor dessen Auftreten hat Johannes dem ganzen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt. Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Weg der Jünger oder besser des Wortes Gottes führt nun nach Antiochia in Pisidien. In dieser großen Region, dem sogenannten Kleinasien und der heutigen Türkei, will Paulus das Evangelium weitergeben. Er hält an seiner Entscheidung fest, auch wenn es zu Spannungen kommt, sodass sich letztlich Johannes von ihnen trennt und nach Jerusalem zurückkehrt. Das ist ein kleiner Hinweis auf unvermeidliche Spannungen innerhalb der Gemeinde, die den missionarischen Einsatz jedoch nicht beeinträchtigen und auf keinen Fall verhindern dürfen. Paulus schreibt später an die Kolosser, dass Johannes wieder bei ihm ist und ihn im Gefängnis unterstützt. Als Paulus in Antiochia in Pisidien ankommt, geht er wiederum zur jüdischen Gemeinde und wird eingeladen, am folgenden Sabbat im Gottesdienst zu sprechen. Dort hält der Apostel seine erste wichtige Rede vor den Juden. Lukas hat schon Reden von Petrus und danach von Stephanus überliefert. Jetzt verkündet Paulus der jüdischen Welt das Evangelium. Dabei kennt er die Bedeutung der Berufung des Volkes Israel ganz genau und geht daher bei seinen Missionsreisen für das Evangelium auch immer in die jüdische Gemeinde. Aus eigener persönlicher Erfahrung weiß er jedoch, dass die Versuchung des Stolzes auf die eigene Herkunft immer groß ist, die gegenüber Gott und seinem Wort verschlossen macht. Paulus hört die Lesungen aus Gesetz und Propheten, wie er es in seiner Jugend so oft getan hat. Diesmal hört er sie als Christ, nachdem er innerlich vollkommen verwandelt worden war. Er spürt die Verantwortung, die gesamte Geschichte Gottes mit seinem Volk in der neuen christlichen Sichtweise zu deuten, die ihn grundlegend verändert hat. Respektvoll spricht er die Zuhörer an: „Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen". Der Apostel weiß um die große Bedeutung des Augenblicks und interpretiert die Geschichte Gottes mit seinem Volk. Der Abschnitt endet mit dem Zeugnis des Täufers, der das Volk Israel auf den Höhepunkt dieser langen Geschichte hinweist: „Aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin." Vielleicht kannten nur wenige der Zuhörer den Täufer. Auf jeden Fall hat er als letzter der Propheten die Ankunft des Messias, Jesus von Nazaret, verkündet.


21/04/2016
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