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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Homilie

Mit dem Ende des siebten Kapitels schließt die Bergpredigt, die erste große Rede Jesu im Matthäusevangelium, die gleichsam das Programm dieses Evangeliums ist. Die Auseinandersetzung mit diesem Abschnitt ist in gewisser Hinsicht entscheidend. Denn Jesus sagt: „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baut“, und: „wer … nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute“. Jesus fährt fort: Ein Wolkenbruch kommt, die Wassermassen fluten heran, die Stürme toben und rütteln an jenen beiden Häusern. Das erste Haus, das auf Fels gebaut ist, blieb unerschütterlich, das andere auf Sand gebaute Haus stürzte ein. Das sind zwei eindrucksvolle Bilder, in denen Jesus nicht zufällig die Zuhörer des Evangeliums mit Bauherren vergleicht. Denn das Evangelium ist keine literarische Übung und auch keine Ermahnung, einige gute Gefühle zu haben. Es ist darauf gerichtet, ein Haus zu bauen, das Haus des eigenen Lebens. Also ist jemand, der das Evangelium hört und danach handelt, ein kluger Mann, weil er sein Leben auf Fels baut. Wer aber das Evangelium hört, ohne ihm zu folgen, ist ein Tor, weil er von den Widrigkeiten überwältigt werden wird. Offensichtlich wird es für die noch schlimmer sein, die das Wort Gottes nicht einmal hören.
Wer sich mit Sandstränden auskennt, kann sich die Wahrheit dieser Worte recht plastisch vorstellen. Auf dem Sand genügt manchmal eine kleine Welle, um all das fortzureißen, was man gebaut hat, auch die Sandburgen. Das Leben beschert uns wirklich oft heftige Wassermassen und gewaltsame Stürme. Darum ist die Warnung Jesu weise und freundschaftlich. Der Sand ist nicht fern. Man braucht nicht lange Schlange zu stehen oder kilometerweit zu fahren, um dort anzukommen. Wir haben ihn im Herzen. Der Sand ist der Stolz auf sich selbst, auf die eigenen Gefühle, die eigenen Überzeugungen und die Arroganz derer, die sich einbilden, immer recht zu haben, selbst vor dem Herrn, sowie die Kälte derer, die gleichgültig sind gegenüber den Bedürfnissen der anderen.
Die Zeit des Sandes mag einen Tag dauern, einen Monat, ein Jahr oder auch ein ganzes Leben. Es ist die Zeit, in der man nicht auf das Evangelium hört und noch viel weniger danach handelt. Wie viele Männer, wie viele Frauen müssten zugeben, dass ihr menschliches Bauwerk eingestürzt ist. Doch sie tun es nicht, weil sie nicht offenbaren wollen, dass in ihrem Herzen Sand ist! Geben wir acht, denn der Sand ist auch öde, der Sand wird sogar zur Wüste, er erzeugt Einsamkeit und Verbitterung, er verhindert ein glückliches Leben. Der Herr hat uns das Geschenk des Felsens gemacht, auf den wir unser Leben aufbauen können. Der Fels sind nicht wir, es ist der Herr selbst, es ist sein Evangelium, das unerschütterlich bleibt und nicht zusammenbricht. Auch die Predigt ist ein kleiner Fels für unsere Tage. Daher ist es richtig zu staunen, so wie jene Menschenmenge am Ende der Bergpredigt erstaunt war: „Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat.“ Es ist das Staunen, einem maßgeblichen Wort gegenüberzustehen, das uns gegeben wurde, damit wir weise Tag für Tag unser Leben aufbauen.
Die Warnung Jesu ist weise und streng: „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ Man muss vor allem das Reich Gottes suchen, das aus Güte, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit und Freundschaft besteht. Dies ist das Wesentliche, aus dem mit Sicherheit alles andere hervorgeht. Ich glaube, die Kurzsichtigkeit vieler, was die Gastfreundschaft gegenüber den Fremden betrifft, behindert diese Suche nach dem Reich Gottes. Auch für die Gesellschaft ist es im Übrigen eine traurige Erfahrung, zu sehen, wie sich Egoismus und Intoleranz auf der Suche nach Zustimmung breitmachen. Auf diese Weise verbreitet sich ein Kult um die Eigenheiten des Einzelnen und damit um einen Götzen unserer reichen Konsumgesellschaft, der im Übrigen Verflachung erzeugt und Ängste weckt. Mammon ist ein fordernder Götze, er verschont keinen.


06/03/2011
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