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III. Station


 
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III. Station
Jesus im Palast

Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat bemühten sich um falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tod verurteilen zu können. Sie erreichten aber nichts, obwohl viele falsche Zeugen auftraten. Zuletzt kamen zwei Männer und behaupteten: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen. Da stand der Hohepriester auf und fragte Jesus: Willst du nichts sagen zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen? Jesus aber schwieg. Darauf sagte der Hohepriester zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Messias, der Sohn Gottes? Jesus antwortete: Du hast es gesagt. Doch ich erkläre euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: Er hat Gott gelästert! Wozu brauchen wir noch Zeugen? Jetzt habt ihr die Gotteslästerung selbst gehört. Was ist eure Meinung? Sie antworteten: Er ist schuldig und muss sterben. Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn. Andere ohrfeigten ihn und riefen: Messias, du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer hat dich geschlagen?
(Mt 26, 59-67)


Duccio di Buoninsegna
Jesus vor den Hohenpriestern


Jesus wurde von armen Leuten verhaftet, die von den Schriftgelehrten und den Ältesten des Volkes angeführt wurden. Jesus behandelte sie nicht wie Feinde; er hatte nicht einmal Judas wie einen Feind behandelt. Er hatte einmal zu seinen Jüngern und zu den Leuten gesagt: "Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm."

Nicht einmal zwei Meilen trennen den Garten, in dem Jesus verhaftet worden ist, vom Palast des Hohenpriesters, zu dem er sich willig bringen lässt. Und hier, in diesem Palast, wird mit ihm ein schändliches Schauspiel getrieben. Diese religiösen Führer suchen mit einer Boshaftigkeit, zu der nur bestimmte religiöse Führer oder Gesetzesvertreter fähig sind, falsche Aussagen, um ihn zum Tode zu verurteilen. Es fehlt nicht an Personen, die sich dazu bereit erklären; viele falsche Zeugen treten auf. Und der Hohepriester befragt sie selbst. Bei diesem führenden Mann wird deutlich, wie die religiösen Machthaber vor Jesus und seinem Wort Angst haben und sich von der Menge auf der einen Seite und den Römern auf der anderen Seite bedrängt fühlen. Doch angesichts dieses Komplottes, der falschen Zeugen und der Verschwörung schweigt Jesus. Im Evangelium liest man: "Jesus aber schwieg." Er schwieg angesichts der starken Taubheit und Boshaftigkeit. Sein Schweigen sagt mehr als viele Worte. Er schwieg angesichts der Gewalt der Worte, angesichts der falschen Zeugnisse.

Nur auf eine Frage ("Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Messias, der Sohn Gottes?") antwortet Jesus. An dieser Stelle kann er nicht mit Schweigen antworten. Das ist sein Evangelium. Er muss antworten und tut es mit kurzen Worten: "Du hast es gesagt." Diese Antwort verrät eine schreckliche Naivität. Denn dieser alte Mann und dieser Hohe Rat warten genau auf diese Antwort. Als sie sie hören, sind alle zufrieden: "Er ist schuldig und muss sterben", so schreien sie alle im Chor, als er dieses Bekenntnis so spontan ablegt. Für Jesus ist es das Bekenntnis des Evangeliums: "Ich bin der Sohn Gottes." Doch für den Hohen Rat ist es das Bekenntnis, das er braucht, um ihn zum Tode zu verurteilen.

Ein Gott, der den Menschen so nah gekommen ist, der zum Sohn einer Frau geworden ist, der auf unserer Erde gelebt und unsere Sprache gesprochen hat, ist eine Gotteslästerung. Er wird zu einer Gotteslästerung, wenn man das Wort Gottes aus Stolz nicht versteht, wenn man sich selbst zur Religion macht und ohne Liebe lebt. Deshalb haben sie Angst vor ihm, denn er spricht im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes.

Das Evangelium Jesu ist ein Wort des Lebens, aber in dieser Situation wird es für ihn zu einem Wort des Todes. Und dann schlagen die Hände des Todes voller Befriedigung auf ihn ein: mit Schlägen, mit Anspucken, mit Stockschlägen und Beleidigungen. Er fängt an, die Kälte des Todes zu spüren. In seinem Antlitz spiegelt sich eine lange Reihe von Menschen wider, die gefoltert werden, die in falschen Prozessen verraten und eingeschlossen werden. Wir sehen die Menschen, die zum Tode verurteilt wurden, die Verfolgten, die Menschen, die keine Hoffnung auf ein Morgen haben. Wir erkennen die Menschen, die allein in der Nacht darauf warten, dass ihr Schicksal in Erfüllung geht. Auf dem Gesicht dieser Leidenden und Elenden, auf dem Gesicht all derer, auf die die Hände des Todes eingeschlagen haben, gibt es einen Zug des Antlitzes Jesu. Es besteht eine Ähnlichkeit zwischen ihm und ihnen. Wo es sie trifft, trifft es auch ihn. Die Hände des Todes schlagen auf ihn ein: Und wem gehören diese Hände? Und wie zahlreich sind diese Hände und wer lenkt sie? Sie sagen zu ihm: "Sag uns: Wer hat dich geschlagen?" Auch wir müssen raten, wir müssen verstehen, wo in Wahrheit die Verantwortung für den Tod des Herrn Jesus liegt und auch für den Tod derer, die ihm ähnlich sind.

 


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