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III. Station


 
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III. Station
Eine ansteckende Gewalt

Während er noch redete, kam eine Schar Männer; Judas, einer der Zwölf, ging ihnen voran. Er näherte sich Jesus, um ihn zu küssen. Jesus aber sagte zu ihm: Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn? Als seine Begleiter merkten, was (ihm) drohte, fragten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer von ihnen schlug auf den Diener des Hohenpriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab. Jesus aber sagte: Hört auf damit! Und er berührte das Ohr und heilte den Mann. Zu den Hohenpriestern aber, den Hauptleuten der Tempelwache und den Ältesten, die vor ihm standen, sagte Jesus: Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen. Tag für Tag war ich bei euch im Tempel, und ihr habt nicht gewagt, gegen mich vorzugehen. Aber das ist eure Stunde, jetzt hat die Finsternis die Macht.
(Lk 22,47-53)


Cimabue
Der Judaskuss


Er hat sich entschieden, keine Waffen anzulegen, er hat die Waffen abgelehnt, auch die Waffe eines Begleiters, der bei ihm war. Mit dieser Haltung wendet sich Jesus an die bewaffneten Männer, die gekommen waren, um ihn mit Schwertern und Knüppeln festzunehmen, wie man es mit einem Räuber tut. Die Gewalt bricht aus. Man kann es nicht leugnen, in jedem Menschen ist Gewalt. Je weniger ein Mensch geschützt ist, desto stärker entlädt sich die Gewalt gegen ihn und scheint ihn zu besiegen. Es gibt Augenblicke in der Geschichte der Menschen und besonders der Völker, in denen die Gewalt zu siegen scheint. Auch im Leben Jesu gibt es Augenblicke, in denen die Gewalt zu siegen scheint. Muss man darauf nicht auch mit Gewalt antworten?

"Aber das ist eure Stunde", sagt Jesus, jetzt hat die Finsternis die Macht." Es ist die Stunde des Sieges der Gewalt und des Bösen. Trotzdem ist in den Augen und im Herzen dieses Mannes eine tiefe Kraft anwesend. Es ist die Kraft eines Menschen, der weiß, dass diese Stunde nicht die letzte Stunde ist, dass es vielmehr eine andere Stunde gibt, die nicht so finster sein wird, die Stunde, die der Vater vorbereitet hat. Im Glauben erkennen seine Augen eine andere Stunde. Sein Herz glaubt an eine andere Stunde; diese Stunde können die Menschen nicht für ihn vorbereiten, diese Stunde kann er nicht mit dem Schwert herbeiführen, allein Gott kann sie ihm schenken. Es wird die Stunde sein, in der die Schwerter schweigen werden, die Knüppel werden weggeworfen werden und das Licht Gottes wird leuchten. Aber jetzt ist es dunkel. Es ist die Stunde des "Reiches der Finsternis". In dieser Stunde ist Jesus ein kleiner, einsamer und verlassener Mann in den Händen von Bewaffneten. Uns ist es nicht gegeben zu wissen, was in seinem Herzen vorging. Er vertraute auf den Herrn, das war seine einzige Verteidigung. Vielleicht können es die Worte von Psalm 34 ausdrücken: "Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. Er half ihm aus all seinen Nöten."

Jesus hoffte, dass sich seine Jünger während seiner Leidensgeschichte und angesichts der Festnahme nicht zerstreuen würden. Aber sehr schnell - während er noch sprach - sah er, wie die Gewalt Macht über sie gewann. So ist es bei Judas, einem der Zwölf, der den Menschensohn mit einem Kuss verraten hat. Aber vor allem auch seine Begleiter fragten ihn: "Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?" Und schließlich hieb einer von ihnen dem Diener des Hohenpriesters das rechte Ohr ab, ohne auf seine Antwort zu warten. Die Jünger konnten eine so entschiedene Ablehnung der Gewalt nicht akzeptieren. Es gelang ihnen nicht, diese Stunde zu akzeptieren. Sie konnten es nicht verstehen, weil sie nicht gebetet hatten, weil sie nicht zugehört hatten, weil sie den Herrn in einer Art begleitet hatten, als ob sie nur sich selbst begleitet hätten. Sie waren ihm gefolgt und nahe gewesen, aber im Grunde genommen war ihr Herz weit weg.

Noch einmal sagte Jesus: "Hört auf damit!" Und von diesem Augenblick an befand er sich vollkommen in den Händen derer, die gekommen waren, um ihn gefangen zu nehmen. Es war eine Schar von Leuten aus Jerusalem: Priester, Hauptleute der Tempelwache und Älteste. Sie waren mit Schwertern und Knüppeln gekommen wie gegen einen Räuber. Auch sie hatten nicht verstanden, dass Jesus niemals zum Schwert gegriffen hätte, um sich zu verteidigen. Sie hatten nicht verstanden, dass man ihn am Ölberg nicht in der Art hätte suchen müssen, wie man einen Menschen mit Schwertern und Knüppeln auf der Flucht jagt oder wie man einen Räuber verfolgt, der sich versteckt. Jesus war bei ihnen im Tempel gewesen, um zu predigen, sie aber waren in der Nacht gekommen, um ihn gefangen zu nehmen, wie bei einem Räuber oder Gewalttäter, den man schutzlos im Schlaf überrascht. Dann aber fanden sie ihn wach, er betete, war unbewaffnet und sprach mit seinen Jüngern.




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