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I. Station


 
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I. Station
Die schwache Kraft Jesu

Nach diesen Worten ging Jesus mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite des Baches Kidron. Dort war ein Garten; in den ging er mit seinen Jüngern hinein. Auch Judas, der Verräter, der ihn auslieferte, kannte den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammengekommen war. Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der Hohenpriester und der Pharisäer, und sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen. Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen. Als er zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und stürzten zu Boden. Er fragte sie noch einmal: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus von Nazaret. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen! So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast. Simon Petrus aber, der ein Schwert bei sich hatte, zog es, schlug nach dem Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Diener hieß Malchus. Da sagte Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat - soll ich ihn nicht trinken?
(Joh 18, 1-11)


Cimabue
Der Judaskuss


Es gibt eine weit verbreitete und immer wieder aktuelle Art und Weise, schwierige Situationen zu lösen: mit Gewalt. Das hat sich auch im Lauf der Jahrhunderte nicht geändert. Die Gewalt wird mit Worten, mit Taten oder mit Geld ausgeübt. Sie zeigt sich in lauten Worten, mit dem Schwert, mit wirtschaftlicher Macht.

Und doch verbirgt sich hinter solchen Kräften, seien sie verbal oder physisch, eine große Schwäche. Jesus dagegen fordert von seinen Jüngern eine radikal andere Haltung. Er lädt sie ein, mit ihm ins Freie hinauszugehen, unter den freien Himmel, in einen Garten, der leicht zu erreichen war. Es war kein besonders geschützter Ort; wer wollte, konnte kommen - auch der Verräter, die Soldaten und die Gerichtsdiener.

Das Leben als Jünger Jesu bedeutet, die eigene Welt, die eigene verschlossene Umgebung zu verlassen, um mit ihm hinauszugehen unter den freien Himmel. Hier unter freiem Himmel ist er schutzlos und fragt diejenigen, die des Nachts in bedrohlicher Weise zu ihm kommen: "Wen sucht ihr?" Jesus versteckt sich nicht. Auch nicht vor denen, die ihn festnehmen und mit Gewalt abführen wollen. Spontan stellt er sich denen zur Verfügung, die ihn verhaften wollen. Er hatte gesagt: "Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm" (Mt 5,39-41). Jesus lässt sich vor Gericht bringen, er folgt ihnen, als sie ihn zwingen, mit ihnen zu kommen.

"Wen sucht ihr?" - fragt er sie. "Jesus von Nazaret" - antworten sie. Darauf Jesus: "Ich bin es." Kaum hat er gesagt "Ich bin es", weicht die bewaffnete Schar der Soldaten und Gerichtsdiener zurück und stürzt zu Boden. Die Antwort Jesu enthält eine Kraft, die stärker ist als ihre ganze Aggressivität und ihre Waffen. Auf dem Berg Horeb hatte Gott gesagt: "Ich-bin-da." Nun sagt es Jesus in neuer Weise in einem Garten jenseits des Baches Kidron: "Ich bin es." Noch einmal fragt Jesus diese aggressiven Männer, die zu Boden gestürzt waren: "Wen sucht ihr?" Sie antworten: "Jesus von Nazaret." Darauf er: "Ich habe euch gesagt, dass ich es bin." In der Schwäche Jesu ist eine große Kraft verborgen, die die Gerichtsdiener und die Soldaten vor ihm zu Boden stürzen lässt. Trotzdem ist er ganz und gar ohne Verteidigung und fällt in die Hände dieser Männer. Hier scheint sich zu verwirklichen, was der Apostel Paulus am eigenen Leib erfahren hat: "Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark" (2 Kor 12,10). Alles geschieht unter freiem Himmel, vor einer Ansammlung von Menschen, die so groß ist, dass man sie schon als eine kleine Menschenmenge bezeichnen kann. Wie ist es möglich, mitten in einer feindlich gesinnten Menschenmenge Gemeinschaft der Freunde Jesu zu bleiben, mitten in einer Menschenmenge, die mit Knüppeln bewaffnet ist, während der Meister sich nicht einmal mit lauten Worten oder einer deutlichen Geste zur Wehr setzt? Wie kann man ohne den Schutz von Institutionen und von Seiten der Machthaber bestehen? Wie kann man lange Zeit unter freiem Himmel durchhalten?

Doch Jesus - das zeigt das Evangelium - sorgt sich um seine Freunde, die mitten in dieser feindseligen Menschenmenge stehen. Er sagt zu den Soldaten und Gerichtsdienern: "Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen!" Jesus ist nicht gleichgültig gegenüber seinen Jüngern, er versucht, sie sogar in dem Moment zu verteidigen, in dem er gefangen genommen wird. Kurz zuvor berichtet das Johannesevangelium, wie er zu seinem Vater betet: "Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst" (Joh 17,12.15).

Simon Petrus aber fühlt sich durch den Herrn und seine Worte nicht genügend beschützt. Warum soll man nicht mit Waffengewalt antworten, wenn jemand andere mit Waffen angreift? Deshalb zieht Petrus sein Schwert und schlägt auf den Diener des Hohenpriesters ein, der Malchus heißt. Er stellt seinen Mut unter Beweis. Für ihn ist Jesus zu nachgiebig gegenüber der Macht der Waffen und der Gewalt. Doch ist das die Kraft eines Christen? Während der Leidensgeschichte zeigt Petrus keinen großen Mut, als er Jesus verleugnet. Dieser Moment, in dem er sich gewalttätig und scheinbar mutig zeigt, macht aus Petrus weder einen mutigen noch einen treuen Menschen. Man kann Jesus nicht verteidigen, indem man neue Wunden verursacht. Man verteidigt keinen Menschen, indem man andere verletzt. Die Worte, die Jesus an Petrus richtet, sind ein Testament, das all seine Jünger in die Pflicht nimmt: "Steck das Schwert in die Scheide!" In all seiner Schwäche und doch voll Sanftmut sagt Jesus zu jedem Jünger, der versucht ist, an den Kult der Stärke oder der Gewalt zu glauben: "Steck das Schwert in die Scheide!"




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