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Papst Franziskus in der St. Bartholomäusbasilika zum Gebet im Gedenken an die neuen Märtyrer. Texte, Video, Fotos

Papst Franziskus besucht am 22. April die St. Bartholomäusbasilika zum Gebet im Gedenken an die neuen Märtyrer

Beim Gebet gibt es Zeugnisse von Verwandten und Freunden der Märtyrer und eine Begegnung mit Flüchtlingen. Die Veranstaltung wird im Live-Streaming auf der Homepage und bei Facebook übertragen

Ostern der Auferstehung: Christ ist erstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!

Papst Franziskus kommt am 22. April zum Gebet mit den neuen Märtyrern in die St. Bartholomäusbasilika auf der Tiberinsel

Am Palmsonntag haben wir ein Friedenszeichen auf den Straßen und in den Städten der Welt verteilt #PalmSunday

Hier die Fotos
28/04/2017
Gedenken an den gekreuzigten Jesus

Das tägliche Gebet


 
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8 September 2009 19:25 | Marktplatz

Appell


Als Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen haben wir uns siebzig Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges in der alten Stadt  Krakau versammelt, um zu beten, den Dialog zu fördern und einen friedlichen Humanismus zu stärken. Dankbar erinnern wir uns an Johannes Paul II., einen Sohn dieser Stadt. Er war ein Lehrmeister des Dialogs und ein treuer Zeuge für die Heiligkeit des Friedens. Er hatte die Fähigkeit, selbst in schwierigen Zeiten eine Vision aufzuzeigen: den Geist von Assisi.

In vielen friedlichen Veränderungen der Welt zeigte sich das Wehen dieses Geistes, so vor zwanzig Jahren, im Jahr 1989, als Polen und Osteuropa ihre Freiheit wiederfanden. Im September 1989 hatten sich Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Religionen auf Einladung der Gemeinschaft Sant´Egidio in Warschau versammelt und drückten mit lauter Stimme ihre Liebe zum Frieden aus: "Nie wieder Krieg!" Wir sind diesem Geist treu geblieben, obwohl sich in den vergangenen Jahren die Meinung zu stark verbreitet hat, dass Gewalt und Krieg die Probleme und Konflikte unserer Welt lösen könnten.

Immer wieder ist die bittere Lehre des Zweiten Weltkrieges in Vergessenheit geraten, obwohl er eine entsetzliche Tragödie für die Menschheitsgeschichte darstellt. Im Bewusstsein, dass die Menschheit sich in Auschwitz in den tiefsten Abgrund begeben hat, haben wir uns als Pilger an diesen Ort begeben. Um die Geschichte in ihrer Tiefe zu verstehen, mussten wir in diesen Abgrund des Bösen hinabsteigen! Niemals darf dieses große Leid vergessen werden!

Schauen wir auf das Leid dieser Welt: auf die Völker, die im Krieg leben, auf die Armen, auf den Schrecken des Terrorismus und auf die Opfer von Hass und Gewalt. Wir haben den Schrei der vielen Leidenden gehört. Ganze Völker sind Geißel des Krieges und der Armut, unzählbar viele Menschen müssen ihre Heimat verlassen, viele sind verschollen oder entführt worden und leben in Unsicherheit.

Unsere Welt hat die Orientierung verloren in einer Krise des Marktes, der sich allmächtig glaubte und durch eine Globalisierung, der es oft an Seele und Gesicht fehlt. Die Globalisierung ist eine historische Chance, auch wenn sie häufig unter dem Gesichtspunkt des Kampfes der Kulturen und Religionen betrachtet wurde. Wenn der Dialog unter den Völkern stirbt, kann es keinen Frieden für die Welt geben. Kein Mensch, kein Volk ist eine Insel!

Unsere religiösen Traditionen sagen eingedenk ihrer Unterschiede gemeinsam mit lauter Stimme, dass eine Welt ohne Geist niemals menschlich ist. Sie weisen den Weg der Rückkehr zu Gott, dem Ursprung des Friedens.

Geist und Dialog schenken dieser globalen Welt eine Seele. Verweigert sie sich dem Dialog, werden Hass und Angst vor dem anderen die Welt beherrschen. Die Religionen wollen keinen Krieg. Sie wollen nicht für den Krieg missbraucht werden. Von Krieg im Namen Gottes zu sprechen ist eine Gotteslästerung. Kein Krieg ist jemals heilig. Gewalt und Terror bedeuten immer eine Niederlage für die Menschheit.

Geist und Dialog weisen den Weg zum friedlichen Zusammenleben. Mit größerer Überzeugung haben wir festgestellt, dass der Dialog von Angst und vom Misstrauen gegenüber dem Mitmenschen befreit. Er ist die wahre Alternative zum Krieg. Die Identität wird durch den Dialog in keiner Weise geschwächt, vielmehr befähigt er uns, in uns selbst und im anderen das Gute zu entdecken. Dialog zu führen bedeutet niemals Schwächung oder Verlust. Der Dialog schreibt die bessere Geschichte, wogegen der Kampf in den Abgrund führt. Der Dialog ist die Kunst des Zusammenlebens. Er ist das Geschenk, das wir dem 21. Jahrhundert in die Hände legen wollen.

Ausgehend vom Gedenken an den Zweiten Weltkrieg und von der Prophetie Johannes Pauls II. begeben wir uns als Pilger auf den Weg des Friedens. Mit Geduld und Treue setzen wir uns für eine neue Zeit des Dialogs ein, in der alle Menschen, die sich hassen oder die sich nicht wahrnehmen, in Frieden vereint sind: alle Völker und alle Menschen. Gott schenke der ganzen Welt, allen Männern und Frauen das wunderbare Geschenk des Friedens.
 


Krakau 2009

Grußwort von Papst Benedikt XVI. beim Angelus


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28/04/2017
Gedenken an den gekreuzigten Jesus

Das tägliche Gebet