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Papst Franziskus in der St. Bartholomäusbasilika zum Gebet im Gedenken an die neuen Märtyrer. Texte, Video, Fotos

Papst Franziskus besucht am 22. April die St. Bartholomäusbasilika zum Gebet im Gedenken an die neuen Märtyrer

Beim Gebet gibt es Zeugnisse von Verwandten und Freunden der Märtyrer und eine Begegnung mit Flüchtlingen. Die Veranstaltung wird im Live-Streaming auf der Homepage und bei Facebook übertragen

Ostern der Auferstehung: Christ ist erstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!

Papst Franziskus kommt am 22. April zum Gebet mit den neuen Märtyrern in die St. Bartholomäusbasilika auf der Tiberinsel

Am Palmsonntag haben wir ein Friedenszeichen auf den Straßen und in den Städten der Welt verteilt #PalmSunday

Hier die Fotos
24/05/2017
Gedenken an die Heiligen und die Propheten

Das tägliche Gebet


 
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6 September 2009 17:00 | Auditorium Maximum

Beitrag



Walter Kasper


Kardinal, Heiliger Stuhl

Grußwort
S. Egidio „Religionen und Kulturen im Dialog“ 2009 in Krakau


Liebe Freunde!
70 Jahre nach Kriegsbeginn sind für jeden von uns und sie sind es insbesondere mich als Deutscher Grund zur Besinnung, zur Scham und zur Bemühung um Versöhnung. Den Kriegsbeginn erlebte ich als sechsjähriger Bub als der Vater mitten in der Nacht als Soldat eingezogen wurde – in einen Krieg, der eine menschliche und eine politische Tragödie war für Europa und für die Welt, der 60 Millionen Menschen das Leben kostete, während dessen 6 Millionen Juden ermordet wurden und der ganz Europa in ein Trümmerfeld verwandelte. Unsägliches Leid ist besonders dem polnischen Volk widerfahren. In Ehrfurcht und in Trauer verneige ich mich vor allen Opfern dieser unmenschlichen Gewalt mitten in Europa.
 
Polnische und deutsche Bischöfe haben sich zwanzig Jahre nach Kriegsende gegen Ende des zweiten Vatikanischen Konzils über die Konzilsbänke hinweg die Hand zur Versöhnung gereicht. Unvergessen sind die Worte der polnischen Bischöfe unter Leitung des großen Kardinals Stefan Wyszynski: „Wir  gewähren Vergebung und wir bitten um Vergebung.“ Die deutschen Bischöfe antworteten: „Mit brüderlicher Ehrfurcht ergreifen wir die dargebotenen Hände.“ Dieser Anfang war auf beiden Seiten nicht leicht; aber der Faden ist seither nicht mehr abgerissen. Als Beauftragter der deutschen Bischofskonferenz für die polnisch-deutschen Beziehungen durfte ich 30 Jahre später in Warschau dieses historischen Ereignisses gedenken und dabei dankbar feststellen: Dem Ungeist des Hasses ist Einhalt geboten worden. Aus Feinden sind Freunde geworden.

Inzwischen ist vor genau 20 Jahren die Berliner Mauer gefallen und der Stacheldraht beseitigt, der nicht nur mein Vaterland sondern Europa und die Welt in zwei Hälften trennte. Erst damit ist der zweite Weltkrieg wirklich zu Ende gegangen.  Die Wunden freilich sind noch nicht alle verheilt. Deshalb ist es mir eine Genugtuung, dass wir  uns heute hier in dieser alten europäischen Metropole Krakau im Geist des großen Papstes Johannes Paul II. und seiner Friedensinitiative von Assisi versammeln um als Christen aus vielen europäischen Völkern zusammen mit Freunden aus aller Welt unserem gemeinsamen Willen und Auftrag zu Versöhnung und Frieden zwischen Völkern, Kulturen und Religionen Ausdruck zu geben. Mein Dank gilt besonders der Gemeinschaft S. Egidio nicht nur für die Einladung hierher nach Krakau sondern für alles, was sie für Frieden und Versöhnung tut.    

Versöhnung und Frieden ebenso wie Hass und Krieg fangen in den Abgründen des menschlichen Herzens an. Der Friede zwischen den Völkern muss darum als Friede zwischen den Religionen seinen Anfang nehmen. So haben die Religionen und die Kirchen nach der Katastrophe des zweiten Weltkriegs sich neu darauf besonnen, dass Friede ein Grundwort in allen großen Religionen und nicht zuletzt ein Schlüsselbegriff in der Bibel, der hebräischen wie der christlichen Bibel ist. Das II. Vatikanische Konzil, Papst Johannes Paul II. und in seiner Nachfolge Papst Benedikt XVI. sind auf dem Weg zu Versöhnung und zum Frieden vorangegangen und haben diesen Weg für die katholische Kirche unumkehrbar gemacht. 
 
Mit dem  interreligiösen Dialog, mit dem Dialog zwischen Juden und Christen wie mit dem ökumenischen Dialog haben wir einen neuen Anfang gesetzt. Erste Früchte sind unübersehbar. Dafür danke ich allen unseren Dialogpartnern und Freunden. Aber wir sind noch längst nicht am Ende. Wir stehen erst am Anfang eines Weges um alte Missverständnisse, tief sitzendes Misstrauen und ungerechte Vorurteile abzubauen, alte Wunden zu heilen und Verständnis, Versöhnung und Freundschaft zwischen Völkern, Kulturen und Religionen aufzubauen. 

Der Weg wird wohl noch lange sein. Aber wir sagen den nicht wenigen Skeptikern und den Gegnern eines Dialogs in der Wahrheit und in der Liebe: Wir machen weiter. Wir lassen nicht locker. Die katholische Kirche hat sich auf diesen Weg festgelegt und ist ihm verpflichtet. Denn Gott ist ein Gott des Friedens, und das zentrale christliche Symbol, das Kreuz, steht für Frieden und Versöhnung. Darum sind wir überzeugt: Am Ende werden sich Wahrheit und Liebe stärker erweisen als Hass und Gewalt. Für uns ist der  Dialog die einzige Alternative zur Gewalt. Liebe Freunde, lasst uns damit hier in Krakau mit Gottes Hilfe einen mutigen weiteren Schritt versuchen.

 


Krakau 2009

Grußwort von Papst Benedikt XVI. beim Angelus


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24/05/2017
Gedenken an die Heiligen und die Propheten

Das tägliche Gebet