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Covid hat auf globaler Ebene die Ungleichheit auf schulischer Ebene vergrößert. UNO-Appell. Die Schule des Friedens unterstützt jetzt online

30 April 2020

Schule des FriedensCovid-19
Kindheitchoronavirus

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In dieser Zeit haben nach Schätzungen 188 Länder wegen der Covid-19 Pandemie auf nationaler Ebene die Schulen geschlossen. Für ca. 1,5 Milliarden Schüler ist der Schulbesuch unmöglich. Es ist ein alarmierendes Bild. Die in diesen Tagen erzielten Fortschritte im Bildungsbereich für die Kinder werden vor allem in Afrika und Asien infrage gestellt.

Die Vereinten Nationen schlagen auf globaler Ebene Alarm. Der UNO-Generalsekretär, Antònio Guterres, hat im am 15. April 2020 veröffentlichen Bericht "Covid-19: Auswirkung auf die Kindheit" geschrieben: "Während sich die Covid-19 Pandemie weltweit ausbreitet, erleben wir alarmierende Entwicklungen. Die ärmsten und bedürftigsten Glieder der Gesellschaft sind am härtesten betroffen, sowohl von der Pandemie als auch von Antworten auf sie. Mir bereitet vor allem das Wohl der Kinder auf der Welt Sorge. Zum Glück wurden die Kinder bisher von schlimmeren Synthomen der Krankheit weitgehend verschont. Doch ihr Leben wurde vollkommen durcheinander gebracht. Ich wende mich an die Familien auf der ganzen Welt und an die Führer auf allen Ebenen: schützen wir unsere Kinder."

Mit diesem Appell fordert der Generalsekretär der Vereinten Nationen einen umfassenden weltweiten Einsatz für die Kinder. Jedes Land bewältigt die Krise auf verschiedene Weise, doch jeder Staat muss darauf achten, dass niemand im Stich gelassen wird. Die unvorbereitete Krise, fehlende Mittel und vorherige Ungleichheiten dürfen das Ungleichgewicht zwischen Reichen und Armen nicht noch vergrößern.
In Italien und Europa haben die Kinder während des Lockdown nicht dieselben Möglichkeiten, sich über Internet am Online-Unterricht zu beteiligen. Nach verschiedenen Daten besitzen in Italien 12,3% der Kinder von 6-7 Jahren (850.000) zuhause weder Computer noch Tablet. Die Hälfte dieser Kinder ohne Computer lebt im ärmeren Süden, dort sind es ca. fast 20% der Kinder. 57% der Kinder kann ihn zudem nicht allein nutzen.

Familien ohne angemessene Versorgung im Bereich der Informatik (teilweise auch mit gringem Internet-Datenvolumen) gehören häufig auch zu denen, die auf diesem Gebiet des Lernens geringe Kompetenzen bei der Begleitung vor allem der jüngeren Kinder besitzen.
Die Lage im Zusammenhang mit Covid-19 hat fast unbewusst eben diese bedürftigen Minderjährigen, die höhere schulische Unterstützung benötigen, an den Rand des Schulsystems gedrängt.

Zu viele Kinder sind in Gefahr, im Bereich der "digitalen Didaktik" auf der Strecke zu bleiben. Beispielsweise bei den vielen Kindern aus Brennpunktfamilien, für die Schule eine willkommene Zeit ist und auch die einzige Chance zum Lernen und zur Wissensvermittlung. Das gilt auch für die Kinder mit Migrationshintergrund - den 'Neueuropäern' - und ihren Eltern, die nicht die nötige Hilfe bekommen; oder auch für die Roma und ihre Familien, die teilweise besonderen Problemen bei der schulischen Integration ausgesetzt und jetzt besonders isoliert sind.

Um gerade auch die bedürftigen Kinder nicht im Stich zu lassen, aht die Gemeinschaft Sant'Egidio durch die Schulen des Friedens in Rom und weltweit schulische Unterstützung online begonnen, um diese Ungleichheit auszugleichen.

Viele Jugendliche leisten diese schulische Unterstützung online. Nachmittags wird durch Videoanrufe der größeren Freunde Hilfe angeboten, es werden Aufgabgen erklärt, Wiederholungen angeboten - und das alles geschieht zusammen. Neben den Aufgaben wird auch über Ökologie oder das Zusammenleben gesprochen, wie das eben in der Schule des Friedens üblich ist. In diesen wichtigen Begegnungen werden den Kindern die Folgen der Pandemie und der entstandenen Wirtschaftskrise erklärt, um ihnen Ängste zu nehmen.

In Rom gibt es auch Informationsstände in der Peripherie, an denen Kindern und Eltern Hilfen bei der Nutzung digitaler Plattformen angeboten werden: Verbindung im Internet, Download von Didaktikmaterial, Upload der erledigten Hausaufgaben, Ausfüllen von Anträgen, etc. Man kann auch Drucker nutzen, um die Aufgaben auszudrucken, da viele Kopierläden geschlossen sind. Durch diese Hilfe werden viele "unsichtbare" Kinder wieder in die Schule "zurückgeführt".

Auch nach vielen Jahren bleiben die Betrachtungen der Schüler von Don Milani (italienischer Priester, der ein alternatives Schulprojekt in einer ärmeren Gegend Italiens durchführte) über bedürtige Kinder gültig und aktuell, deren Inklusion in die Schulbildung nicht gelingt: "Wenn sie verloren gehen, ist die Schule keine Schule mehr. Dann ist sie ein Krankenhaus, das Gesunde behandelt und Kranke abweist. Sie wird zum Werkzeug einer immer unaufhaltsameren Ungleichbehandlung." Viele ehrenamtliche Jugendliche setzen sich in den Schulen des Friedens leidenschaftlich und kreativ ein, damit kein Kind im Stich gelassen wird oder - was noch schlimmer wäre - auf der Strecke bleibt.
 



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