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Ehemaliger unschuldiger Todeskandidat beeindruckt hunderte Jugendliche und ruft sie zum Einsatz für Menschlichkeit und Barmherzigkeit auf

26 November 2016 - DEUTSCHLAND

TodesstrafeDeutschlandJugend für den Frieden

Joaquin Jose Martinez spricht in verschiedenen deutschen Städten über seine Erfahrung im Todestrakt

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Berlin

Berlin

In wenigen Tagen hat Joaquin Jose Martinez, der mehrere Jahre unschuldig im Todestrakt in Florida verbracht hat, ein intensives Programm zurückgelegt: Köln, Mönchengladbach, Berlin, Würzburg und München. Überall besuchte er mit der Gemeinschaft Sant'Egidio Schulen und Universitäten oder traf Gruppen der Gemeinschaft, um Vorträge über seine schwierige Erfahrungen als Unschuldiger im Todestrakt von Florida zu halten.

Köln

Köln

Die Jugendlichen waren sehr bewegt von seinem Zeugnis, denn er sprach nicht verbittert über die furchtbaren Erlebnisse im Todestrakt. Trotz der unmenschlichen Umstände hat er versucht, auch dort barmherzig mit den Leidensgenossen umzugehen. So begleitete er den Mitgefangenen Frank, der zum Freund für ihn wurde. Frank starb nach 20 Jahren Todestrakt an einer Krebserkrankung, ein Jahr nach seinem Tod stellte sich seine Unschuld heraus durch einen DNA Test, den man ihm immer verweigert hatte ("das Geld könne man sich bei einem Mörder sparen"). Frank hatte ihn gebeten, dass er ihn mitnimmt, wenn sie beide herauskommen und dann nach Paris, London, Spanien reisen. Das setzt er jetzt um, indem er seine Geschichte erzählt. Seine Botschaft vor allem an die Jugendlichen lautet, dass nur die Barmherzigkeit ein menschliches Leben möglich macht. Dazu ruft er alle Zuhörer in bewegenden Worten auf.

Mönchengladbach

Mönchengladbach

Joaquin besuchte auch die Dienste der Gemeinschaft, traf ältere Menschen in Heimen, Obdachlose und Bedürftige in Mensen und hatte auch eine rührende Begegnung mit Neueuropäern, die überwiegend auf der Flucht nach Deutschland gekommen sind. Bei diesen oft von großem Leid geprüften jungen Menschen stieß seine Botschaft auf besonders offene Herzen. Ein Syrer, der seit einem Jahr in Deutschland lebt sagte betroffen zu Joaquin: "Du hast uns aus dem Herzen gesprochen, wir brauchen alle Barmherzigkeit."

Würzburg

Würzburg

Die Vorträge fanden im Rahmen der internationalen Kampagne der Gemeinschaft Sant'Egidio "Cities for Life" statt (Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe), in deren Rahmen am 30. November ein internationaler Aktionstag durchgeführt wird. Weltweit setzen über 2200 Städte ein Signal der Hoffnung, indem sie bekannte Monumente in besonderer Weise beleuchten, um ihre Ablehnung der Todesstrafe und den Einsatz für eine Kultur des Lebens zu bekunden und die Bürger für Menschlichkeit zu sensibilisieren. In Deutschland sind über 180 Städte Mitglied im Netzwerk der Städte für das Leben. (siehe die News)

München

München