Gedenken an den gekreuzigten Jesus

Teilen Auf


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Hosea 14,2-10

Kehr um, Israel, zum HERRN, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld. Nehmt Worte der Reue mit euch, kehrt um zum HERRN und sagt zu ihm: Nimm alle Schuld hinweg und nimm an, was gut ist: Anstelle von Stieren bringen wir dir unsere Lippen dar. Assur kann uns nicht retten, wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet ein Waisenkind Erbarmen. Ich will ihre Untreue heilen und sie aus freiem Willen wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt. Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es sprosst wie die Lotosblüte und seine Wurzeln schlägt wie der Libanon. Seine Zweige sollen sich ausbreiten, sodass seine Pracht wie die des Ölbaums wird und sein Duft wie der des Libanon. Die in seinem Schatten wohnen, bauen wieder Getreide an und sie sprossen wie der Weinstock, dessen Wein so berühmt ist wie der Wein vom Libanon. Efraim, was habe ich noch mit den Götzen zu tun? Ich, ja, ich habe ihm geantwortet und achte auf ihn: Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche Frucht. Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des HERRN sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen, die Treulosen aber kommen auf ihnen zu Fall.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch des Propheten Hosea schließt mit dieser leidenschaftlichen Aufforderung, zum Herrn zurückzukehren: „Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott!" Um zu vermeiden, dass Israel nur in oberflächlicher Weise zum Herrn zurückkehrt, ohne sein Herz ergreifen zu lassen, fordert der Prophet Israel auf, die Worte vorzubereiten, die es sagen will. Denn man kann nicht unvorbereitet und eilig vor Gott treten. Das Bewusstsein für die eigene Sünde, die Bitte um Vergebung und zugleich das Wissen um die eigene Bedürftigkeit sind unerlässliche Voraussetzungen, um den Herrn in unser Herz eintreten und es heilen zu lassen. Deshalb ermahnt der Prophet: „Nehmt Worte der Reue mit euch." Die Begegnung mit Gott erfordert Innerlichkeit, also das Wissen um die eigenen Grenzen und unser Bedürfnis, gerettet zu werden. Dabei kann allein Gott uns retten. Wir können hier etwa an die inneren Beschwerden denken, die der verlorene Sohn durchlebte, wie er im Lukasevangelium beschrieben wird. Seine traurige Lage und das Wissen um die begangene Sünde sind unerlässlich für die Entscheidung, zum Vater zurückzukehren. So bereitet er auch die Worte vor, die er seinem Vater bei der Rückkehr sagen will, wenngleich der Vater ihm dann gar keine Gelegenheit gibt, diese auszusprechen. Der Text zeigt deutlich, dass die Bekehrung beinhaltet, dass man auf die Verehrung der Götzen verzichtet, wie auch auf die Werkzeuge des Krieges, die Pferde, und dass man sich für geistliche Opfer an Gott, der Barmherzigkeit ist, entscheidet: „Assur kann uns nicht retten. Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet ein Waisenkind Erbarmen." Die Verzeihung und die Liebe, die Gott uns anbietet, wirken das Wunder. Israels Gesundheit wird wiederhergestellt und es erlebt einen neuen Frühling. Es wird aufblühen wie die Lilie und Wurzeln schlagen wie ein Baum des Libanon, es wird die Schönheit des Ölbaums haben und wieder im Schatten Gottes sitzen. Das Leben dessen, der sein Herz bekehrt und zum Herrn zurückkehrt, wird dargestellt als ein üppiger Garten und als eine Quelle, die allen, die sich ihnen nähern, Zuflucht bieten und ihren Durst stillen können.