Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 8,4-15

Als sich aber eine große Volksmenge versammelte und Menschen aus allen Städten zu ihm kamen, sprach er in einem Gleichnis: Ein Sämann ging hinaus, um seinen Samen auszusäen. Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und wurde zertreten und die Vögel des Himmels fraßen es. Ein anderer Teil fiel auf Felsen, und als die Saat aufging, verdorrte sie, weil es ihr an Feuchtigkeit fehlte. Ein anderer Teil fiel mitten in die Dornen und die Dornen wuchsen zusammen mit der Saat hoch und erstickten sie. Und ein anderer Teil fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als Jesus das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute. Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen. Zu den anderen aber wird in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen. Das bedeutet das Gleichnis: Der Samen ist das Wort Gottes. Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden. Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: Eine Zeit lang glauben sie, doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig. Unter die Dornen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort hören, dann aber hingehen und in Sorgen, Reichtum und Genüssen des Lebens ersticken und keine Frucht bringen. Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und Frucht bringen in Geduld.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Evangelist Lukas betont das Herbeiströmen der Menge, die sich um Jesus versammelt. Diese Menge ist bunt zusammengewürfelt. Es eint sie, dass sie sich um Jesus schart. Sie glauben, endlich einen Hirten gefunden zu haben, der sich um sie sorgt und ihnen helfen kann. Jesus sieht die Not dieser Menschenmenge und will sie dazu erziehen, das Wort des Heils aufzunehmen. Zu diesem Zweck erzählt er ihnen das Gleichnis vom Sämann. Jesus verleiht diesem Gleichnis dadurch besondere Bedeutung, dass er es den Jüngern später noch einmal erklärt, als sie unter sich sind, da sie es beim ersten Mal nicht verstanden haben. Denn es kommt darauf an, dass alle dessen Sinn verstehen. Denn im Gleichnis vom Sämann tritt deutlich zutage, welche Haltung die Menge damals und die Menschen zu allen Zeiten einnehmen müssen, wenn sie das Wort Gottes hören. Die Aussaat war in der Antike und auch im Judentum eine verbreitete Metapher für das Hören auf das Wort. Jesus greift diese Metapher auf, um seine Sendung zu veranschaulichen. Für Jesus als dem ersten Sämann gibt es keinen Boden, der nicht geeignet wäre, das Evangelium aufzunehmen. Der Boden ist das Leben oder besser das Herz der Männer und Frauen ganz gleich, in welcher Kultur und Situation sie leben. Auch wenn manche Herzen hart sind wie Stein oder der Boden sich gegen jede Aussaat sperrt, sät Jesus doch immer weiter und hofft, dass früher oder später irgendeine Furche diesen guten Samen aufnimmt, damit er Frucht bringen kann. Das Gleichnis will die Menschen jedoch nicht in dem Sinne in unterschiedliche Böden aufteilen, dass die einen gute und die anderen weniger gute oder gar nicht aufnahmebereite Böden wären. Es ist vielmehr so und entspricht auch unserer Erfahrung, dass wir selbst von Zeit zu Zeit unterschiedliche Böden darstellen. Diese Unterschiedlichkeit hängt von den Entscheidungen ab, die wir treffen. Niemand ist von Natur aus gut oder böse. Wenn wir unser Leben betrachten, erkennen wir, dass unser Herz zuweilen einem steinigen Boden gleicht und zuweilen von Dornen überwuchert ist. Manchmal lassen wir uns von Sorgen überwältigen und manchmal sind wir gutes Erdreich. Durch dieses Gleichnis lädt uns der Herr ein, das Wort Gottes mit offenem Herzen aufzunehmen und uns beharrlich darum zu sorgen.