Gedenken an die Heiligen und die Propheten

Teilen Auf


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Genesis 8,6-13.20-22

Nach vierzig Tagen öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte, und ließ einen Raben hinaus. Der flog aus und ein, bis das Wasser auf der Erde vertrocknet war. Dann ließ er eine Taube hinaus, um zu sehen, ob das Wasser auf dem Erdboden abgenommen habe. Die Taube fand nichts, wo sie ihre Füße ruhen lassen konnte, und kehrte zu ihm in die Arche zurück, weil über der ganzen Erde noch Wasser stand. Er streckte seine Hand aus und nahm sie wieder zu sich in die Arche. Dann wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder die Taube aus der Arche. Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück und siehe: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Ölzweig. Da wusste Noach, dass das Wasser auf der Erde abgenommen hatte. Er wartete noch weitere sieben Tage und ließ die Taube hinaus. Nun kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück. Im sechshundertersten Jahr Noachs, am ersten Tag des ersten Monats, hatte sich das Wasser von der Erde verlaufen. Da entfernte Noach das Dach der Arche, blickte hinaus und siehe: Der Erdboden war trocken. Dann baute Noach dem HERRN einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln und brachte auf dem Altar Brandopfer dar. Der HERR roch den beruhigenden Duft und der HERR sprach in seinem Herzen: Ich werde den Erdboden wegen des Menschen nie mehr verfluchen; denn das Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an. Ich werde niemals wieder alles Lebendige schlagen, wie ich es getan habe. Niemals, so lange die Erde besteht, werden Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht aufhören.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieser Abschnitt in der Bibel beendet die Kapitel, in denen über die Sintflut berichtet wird, über die erste große Katastrophe der Menschheit nach dem Mord Kains an Abel. Es zeigt sich, dass Noach geduldig wartet. Er will sichergehen, dass das Wasser der Sintflut von der Erde zurückgegangen ist, sodass die Tiere und Menschen sicher an Land gehen können ohne zu ertrinken. Mit der dreimaligen Geste des Ausschickens der Taube, die mit dem Olivenzweig im Schnabel zu einem Friedenssymbol geworden ist, wird uns gleichsam das Warten dieses Mannes vor Augen gestellt, der auf das Wort Gottes gehört hat, der ihn retten wollte. Der Friede erfordert Geduld und Warten, nicht aber träges und resigniertes Warten, sondern der Friede braucht die entsprechenden Baumeister, die fähig sind zu beobachten und auf gewisse Weise den Boden vorzubereiten, damit sich der Friede verwirklichen kann. Auch Noach verließ schließlich mit seiner Familie und den vor den Fluten geretteten Lebewesen die Arche. Als Erstes "baute Noach dem Herrn einen Altar" als Zeichen des Dankes für die zuteilgewordene Rettung und den wieder hergestellten Frieden auf der Erde. Durch dieses Zeichen wird die Kommunion mit dem Herrn wieder errichtet, welche von der Menschheit durch die Gewalt unterbrochen wurde und nun definitiv wieder hergestellt wird durch die Erneuerung des Bundes zwischen Gott und Noach. Es besteht eine Einheit in der Schöpfung, die wieder hergestellt werden muss, diese menschliche und allumfassende Ökologie, von der Papst Franziskus in "Laudato si'" spricht. Der Herr selbst verpflichtet sich feierlich vor Noach, damit das Leben auf der Erde immer bewahrt wird. Sein Einsatz geht von einer Feststellung aus, derer wir uns immer bewusst sein müssen: "Das Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an". Es handelt sich hier nicht um eine pessimistische Sichtweise dem Menschen gegenüber, sondern um eine Warnung, die wir bewusst beachten müssen, denn das Böse ist stark und nistet sich in das Herz und in die Gedanken ein, ohne dass wir es bemerken. Das Bewusstsein darüber hilft uns, unsere Zerbrechlichkeit anzuerkennen und auf die Kraft zu vertrauen, die von Gott stammt.