Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der zweite Brief an die Korinther 8,1-9

Wir berichten euch jetzt, Brüder und Schwestern, von der Gnade, die Gott den Gemeinden Mazedoniens erwiesen hat. Während sie durch große Not geprüft wurden, verwandelten sich ihre übergroße Freude und ihre tiefe Armut in den Reichtum ihrer selbstlosen Güte. Ich bezeuge, dass sie nach Kräften und sogar über ihre Kräfte spendeten, ganz von sich aus. Sie haben uns eindringlich um die Teilnahme an diesem Liebeswerk und die Gemeinschaft des Dienstes für die Heiligen gebeten. Und über unsere Erwartung hinaus haben sie sich eingesetzt, zunächst für den Herrn, aber auch für uns, wie es Gottes Wille war. Daraufhin ermutigten wir Titus, dieses Liebeswerk, das er früher bei euch begonnen hatte, nun auch zu vollenden. Wie ihr aber an allem reich seid, an Glauben, Rede und Erkenntnis, an jedem Eifer und an der Liebe, die wir in euch begründet haben, so sollt ihr euch auch an diesem Liebeswerk mit reichlichen Spenden beteiligen. Ich meine das nicht als strenge Weisung, aber ich gebe euch Gelegenheit, angesichts des Eifers anderer auch eure Liebe als echt zu erweisen. Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus fühlte sich zum Dank gegenüber der "Muttergemeinde" von Jerusalem verpflichtet, die eine besonders schwierige Zeit durchmachte. Zweitausend Jahre danach müssten auch wir uns in ähnlicher Weise verpflichtet fühlen, während wir das aktuelle Drama in der Heimat Jesu erleben. Paulus hatte eine Kollekte in den von ihm gegründeten Gemeinden organisiert, um dadurch in angemessener Weise die Solidarität der anderen Gemeinden sowohl mit der Urgemeinde in Jerusalem als auch mit den Aposteln zu zeigen. Wie schon in den "Sammelberichten" der Apostelgeschichte deutlich wird, die das Leben der christlichen Gemeinschaft beschreiben, bestand die Geschwisterlichkeit untereinander auch aus einer konkreten gegenseitigen Unterstützung. Sich an der Kollekte zu beteiligen, bedeutete für die eher armen Gemeinden von Mazedonien, an einer außergewöhnlichen Gnade Anteil zu haben, denn die Liebe zu den Bedürftigen bereichert den Geber noch mehr als den, der etwas empfängt. Schon Jesus hatte das betont, wie Paulus selbst in seiner Rede an die Ältesten von Ephesus erwähnt: "Geben ist seliger als nehmen" (Apg 20,35). Die Mazedonier haben die Bedeutung der Liebe des Evangeliums verstanden, denn sie haben nicht nur Spenden gegeben, sondern wie Paulus schreibt: "Über unsere Erwartung hinaus haben sie sich eingesetzt, zunächst für den Herrn, aber auch für uns, wie es Gottes Wille war." Der Apostel stellt sie als Vorbild in der Solidarität dar. Zugleich bittet er die Korinther: "Wie ihr aber an allem reich seid, an Glauben, Rede und Erkenntnis, an jedem Eifer und an der Liebe, die wir in euch begründet haben, so sollt ihr euch auch an diesem Liebeswerk mit reichlichen Spenden beteiligen". Für die Christen hat das Liebesgebot seinen Ursprung direkt im Vorbild Jesu: "Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen." Die Jünger sollen auf den Herrn blicken, damit dieser Austausch an Gaben Wirklichkeit wird und niemand im Elend verlassen wird. Darin besteht das Wesen der christlichen Geschwisterlichkeit: Sie ist eine Gemeinschaft im Glauben, die zur konkreten Hilfe und auch in finanzieller Hinsicht zur gegenseitigen Unterstützung wird. Wie die überreiche Predigt, die von der Kirche in Jerusalem ausging, die Korinther und die anderen Gemeinden reich gemacht hat, so soll nun das Übermaß an materiellen Gütern aus diesen Gemeinden den Bedürfnissen der Gemeinde von Jerusalem entgegenkommen, sodass niemandem das Nötige fehlt und ein Ausgleich an Gaben in der Gnade des Herrn herrscht.