Gebet für den Frieden

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an Timotheus 2,1-8

Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit, als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde - ich sage die Wahrheit und lüge nicht - , als Lehrer der Völker im Glauben und in der Wahrheit. Ich will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel legt Timotheus "vor allem" das Gebet nahe, denn es ist das erste Werk der Gläubigen. Das gilt besonders für das gemeinsame Gebet. An den vier genannten Formen des Gebets - "Bitten und Gebeten ... Fürbitte und Danksagung" - zeigt sich der Reichtum, mit dem sich die Anrufung der Gemeinde ausdrückt. Der Horizont des christlichen Gebets kennt keine Grenzen und erstreckt sich auf alle Menschen. Auch mit ihrem Beten bringen die Christen die Universalität des Evangeliums zum Ausdruck. Wie sie selbst berufen sind, alle Menschen ungeachtet kultureller, ethnischer oder verwandtschaftlicher Grenzen und Begrenzungen aufzunehmen, so steigt auch ihr Gebet für die ganze Welt zu Gott empor. Das Gebet ist gleichsam von der Geografie der Freunde, der Anliegen, der Sorgen, der Probleme, des Lobs und der Danksagungen der Welt bestimmt. Es ruft zu einer Liebe auf, die über die zeitlichen, räumlichen und individuellen Grenzen hinausgeht. Es vernachlässigt niemanden und es schließt erst recht niemanden aus. Wie Gott alle Menschen umarmt und "seine Sonne aufgehen [lässt] über Bösen und Guten" (Mt 5,45), so betet die christliche Gemeinde für alle. Genauer gesagt, ist dies der eigentliche Auftrag der Gemeinde, für die gesamte Menschheitsfamilie zu beten, damit das Leben aller "ungestört und ruhig" verläuft. So umschreibt Paulus diesen Dienst der Fürsprache für die Welt und für den Frieden. Diese Aufgabe ist der Kirche unabhängig von den Überzeugungen und dem Verhalten der weltlichen Führung anvertraut. Nicht zufällig unterstreicht der Apostel, dass das Gebet für alle Menschen einschließlich der Regierenden Gott "wohlgefällig" ist, weil er der "Retter" aller ist. Das im Namen Jesu, des einzigen Mittlers und Retters, gesprochene Gebet ist wirksam. Aufgrund dieser Verbindung zu Jesus ist das Gebet der Kirche wahrhaft "katholisch". Diesen Auftrag vertraut Paulus Timotheus und den Jüngern zu allen Zeiten an. Damit wird das Gebet ein Band der Geschwisterlichkeit und der Liebe unter den in aller Welt verteilten christlichen Gemeinden und ihr wichtigster Dienst am Heil aller.