Gedenken an die Apostel

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Fest des heiligen Evangelisten Lukas, der auch die Apostelgeschichte verfasst hat. Der Überlieferung nach war er Arzt und Maler.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 1,1-4

Schon viele haben es unternommen, eine Erzählung über die Ereignisse abzufassen, die sich unter uns erfüllt haben. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, nachdem ich allem von Beginn an sorgfältig nachgegangen bin, es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Heute gedenkt die Kirche des heiligen Lukas, der das dritte Evangelium und die Apostelgeschichte verfasst hat. Die eben gehörten Worte eröffnen die lukanische Evangelienerzählung und lassen sofort erkennen, mit welcher Ehrfurcht sich Lukas dem Wort Gottes nähert. Es liegt ihm vollkommen fern, sich in den Vordergrund zu drängen oder auf sich aufmerksam zu machen. Er nennt nicht einmal seinen Namen. Sicherlich gehört er zur damaligen Bildungsschicht und kennt die großen historischen und literarischen Werke seiner Epoche. Dennoch versteht er sich als ein Werkzeug im Dienst am Wort selbst, das er mit absoluter Treue an all jene weitergeben möchte, die wie er selbst Jesus vielleicht nicht persönlich kennengelernt haben, ihm aber in der Glaubenserfahrung der christlichen Gemeinde begegnet sind. Gleichwohl wird er zuweilen für einen der Zweiundsiebzig gehalten oder mit dem zweiten Emmausjünger identifiziert, und auch die Rolle eines Malers wird ihm zugeschrieben, der das erste Bild Marias, der Mutter Jesu, gemalt haben soll. Damit, dass die Kirche sein Werk unter die heiligen Bücher aufgenommen hat, hat sie ihn als einen von Gott inspirierten Gläubigen anerkannt, der versuchte, die christliche Botschaft in einen Dialog mit der Kultur seiner Zeit zu bringen. Lukas, der im zweiten Timotheusbrief (2 Tim 4,11) namentlich erwähnt wird, sammelt in seinen Schriften die Zeugnisse der Apostel über den Herrn und über die ersten Gemeinden - vor allem die von Paulus gegründeten, dessen Schüler er geworden war. In seinem Evangelium schildert er uns das Wachstum der Jüngergemeinde und wie die Jünger sich von dem Erbarmen und dem grenzenlosen Mitleid angezogen fühlen, das Jesus den Armen und Kranken entgegenbringt, ohne je irgendjemanden auszuschließen. Lukas bezeugt das Wunder dieser barmherzigen Liebe, die noch heute und nicht zuletzt durch das Werk, das er geschrieben hat, weiterhin viele Herzen heilt. Sein Evangelium, das von den Worten und Taten Jesu berichtet, und die Apostelgeschichte, die die Geschicke der christlichen Gemeinschaft von Jerusalem bis nach Rom begleitet und beschreibt, sind ein lebendiges Zeugnis für die Geschichte der Kirche, die, vom Heiligen Geist bewegt, ohne Angst auf den Herrn vertraut und die gute Nachricht bis an die äußersten Enden der Erde bringt.