Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch der Weisheit 2,23-3,9

Denn Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören. Die Seelen der Gerechten aber sind in Gottes Hand und keine Folter kann sie berühren. In den Augen der Toren schienen sie gestorben, ihr Heimgang galt als Unglück, ihr Scheiden von uns als Vernichtung; sie aber sind in Frieden. In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit. Ein wenig nur werden sie gezüchtigt; doch sie empfangen große Wohltat. Denn Gott hat sie geprüft und fand sie seiner würdig. Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt und wie ein Ganzopfer sie angenommen. Zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie aufleuchten wie Funken, die durch ein Stoppelfeld sprühen. Sie werden Völker richten und über Nationen herrschen und der Herr wird ihr König sein in Ewigkeit. Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe. Denn Gnade und Erbarmen werden seinen Heiligen zuteil und Rettung seinen Erwählten.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Warum in der Gerechtigkeit leben, wenn das Los der Gerechten doch offenbar bedroht ist und ihr Leben ein gewaltsames Ende findet? Das ist die große Frage des Buches der Weisheit, und sie ähnelt zum Teil jener Frage, die Hiob gequält hatte: Warum leben die Bösen in Wohlstand, während die Gerechten alles verlieren? Auch in uns steigt oft dieselbe Frage auf: Warum soll man sich überhaupt derart abmühen, das Gute zu tun und zu verhindern, dass das Unrecht in der Welt überwiegt und das Böse über das Gute siegt? "Die Seelen der Gerechten aber sind in Gottes Hand und keine Folter kann sie berühren", so die weise Antwort des Verfassers. Wie viele Gerechte sind gestorben, um das Gute zu tun und nicht auf ein Leben in der Liebe zu verzichten! Ein in Liebe verschenktes Leben ist kein vergeudetes, sondern ein für die Ewigkeit gewonnenes Leben. In den Augen der Welt haben die Leiden und Anfechtungen, die über sie gekommen sind, vielleicht wie ein Unglück ausgesehen. Doch auch wenn ihr Leben kurz war, wird ihr Licht am Tag des Gerichts hell erstrahlen, und sie werden zeigen, dass die wahre Kraft in der Liebe und nicht in der Anmaßung besteht, die sich über die anderen erhebt, oder im Stolz derer, die nur sich selbst retten wollen. Deshalb, so heißt es im Buch der Weisheit weiter, werden sie "Völker richten und über Nationen herrschen". Jesus selbst wird in den Seligpreisungen verkünden, dass die, die keine Gewalt anwenden, "das Land erben" werden (Mt 5,5). Die Kraft, die erobert und besiegt, besteht in der Sanftmut und in der Liebe. Die Liebe, die das Dasein der Gerechten geprägt hat, wird ein Geschenk für alle sein, ein Segen für die ganze Welt. Ihr Leben liegt in Gottes Hand. Weder das Böse noch der Tod haben Macht über sie.