Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch der Weisheit 7,22-8,1

In ihr ist nämlich ein Geist, vernunftvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, unverletzlich, das Gute liebend, scharf, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, fest, sicher, ohne Sorge, alles vermögend, alles überschauend und alle Geister durchdringend, die gedankenvollen, reinen und zartesten. Die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung; in ihrer Reinheit durchdringt und durchwaltet sie alles. Sie ist ein Hauch der Kraft Gottes und reiner Ausfluss der Herrlichkeit des Allherrschers; darum dringt nichts Verunreinigtes in sie ein. Sie ist der Widerschein des ewigen Lichts, der ungetrübte Spiegel von Gottes Kraft, das Bild seiner Güte. Sie ist nur eine und vermag doch alles; ohne sich zu ändern, erneuert sie alles. Von Geschlecht zu Geschlecht tritt sie in heilige Seelen ein und schafft Freunde Gottes und Propheten; denn Gott liebt nur den, der mit der Weisheit zusammenwohnt. Sie ist schöner als die Sonne und übertrifft jedes Sternbild. Sie erweist sich strahlender als das Licht; denn diesem folgt die Nacht, doch über die Weisheit siegt keine Schlechtigkeit. Sie entfaltet ihre Kraft von einem Ende zum andern und durchwaltet voll Güte das All.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Weisheit ist kein Schatz, den der Mensch in sich selbst, seinen Instinkten, seinem Charakter oder seinen Traditionen fände. Die Weisheit erhält man von Gott. Deshalb fühlt sich Salomo frei und froh, sie seinerseits verschenken zu können, damit sie auch das Leben der anderen bereichert. Das ist die Freiheit derer, die sich der Gaben Gottes in ihrem Leben bewusst sind - vor allem der kostbaren Gabe eines Wortes, das weise macht und zur Mitteilung wird. Alle, die es besitzen, "erlangen die Freundschaft Gottes" (Weish 7,14), gehen eine innige Beziehung mit ihm ein und erhalten von ihm Orientierung. Die Weisheit, von der Salomo spricht, lehrt uns, die Wirklichkeit in ihrer ganzen Tiefe, das heißt auf eine spirituelle Weise zu verstehen, die sich nicht auf den äußeren Schein der sichtbaren Dinge beschränkt: "Er verlieh mir untrügliche Kenntnis der Dinge, den Aufbau der Welt und das Wirken der Elemente zu verstehen ..." (Weish 7,17). Es geht hier nicht so sehr um eine wissenschaftliche Kenntnis, sondern um eine Kenntnis, die in das Herz der Geschichte vordringt und sich der Logik des technischen Wissens entzieht. In der Weisheit weht jener Hauch, der für die Christen die Kraft des Heiligen Geistes ist: "ein Geist, vernunftvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, ... das Gute liebend, ... alles überschauend". Diese Eigenschaften erinnern an die sieben Gaben des Heiligen Geistes, die schon der Prophet Jesaja erahnt hatte (Jes 11,1-2) und die das Herz derer durchdringen, die an den Gott Jesu Christi glauben. Kurz gesagt, die Weisheit ist die Offenbarung der wohltuenden und freundlichen Gegenwart Gottes, der die Menschen das Geheimnis des Lebens lehren will. Sie ist einzigartig, ein Abbild seiner Güte, und indem sie "in heilige Seelen" eintritt, schafft sie "Freunde Gottes und Propheten". Lassen wir uns von dieser Weisheit bilden, damit auch wir Freunde Gottes und Propheten seines Wortes in der Welt sind.