Gebet für die Kranken

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 4,2-6

An jenem Tag wird der Spross des HERRN zur Zierde und zur Herrlichkeit sein und die Frucht des Landes zum Stolz und zum Schmuck für die Entronnenen Israels. Dann wird der Rest in Zion, und wer in Jerusalem noch übrig ist, heilig genannt werden, jeder, der zum Leben eingeschrieben ist in Jerusalem. Wenn der Herr den Kot der Töchter Zions abgewaschen und die Bluttaten Jerusalems aus ihrer Mitte durch den Sturm des Gerichts und den Sturm der Verwüstung weggespült hat, dann erschafft der HERR über der ganzen Stätte des Berges Zion und über ihren Versammlungen eine Wolke bei Tag und Rauch und eine strahlende Feuerflamme bei Nacht. Denn über der ganzen Herrlichkeit ist eine Decke. Und eine Hütte wird bei Tag Schatten spenden vor der Hitze und sie dient als Zuflucht und Versteck vor Unwetter und Regen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wir betrachten ein Wort der Hoffnung für ein Volk und eine Stadt, die von Krieg und Zerstörung gezeichnet sind. Der Prophet sieht in diesem „Spross" die Hoffnung auf ein neues Volk, das ganz Jerusalem bewohnen wird. Für sein Volk lässt der Herr eine neue Zeit des Wachstums und der Stärke anbrechen. In diesem Bewusstsein nennt der Prophet diesen kleinen Rest, diese Gruppe von Entronnenen „heilig", denn er ist ein vom Herrn gesegneter Spross. Heilig ist nämlich, wer die Liebe Gottes aufnimmt, mit ihm verbunden lebt, seinen Geboten gehorcht und in seinem Licht unterwegs ist. Wenn die Zeiten schwierig sind und die Gewalt des Bösen und des Kriegs alles zerstört, ist Gott nicht fern, auch mit dem Eindruck, er sei kaum zu sehen und erst recht nicht zu greifen. Der Herr hat sich verpflichtet, seinem kleinen „Rest" treu zu sein und ihn zu unterstützen. Nicht nur, dass er ihn nicht verlässt - er begleitet und beschützt ihn. So wird dieser Spross - nach den Worten des Propheten - „zum Stolz und zum Schmuck" heranwachsen, aber nicht wie die Welt annimmt, sondern wie ein Baum, der Früchte des Guten für alle hervorbringt. Dazu müssen auch wir Gläubige der heutigen Zeit den Herrn anrufen, damit er uns nahe ist, damit das Böse nicht siegt und alle Völker auf eine neue Zukunft hoffen können. Das Wort Gottes rüttelt uns auf, während wir vom Schlaf der Resignation befallen sind, und lässt uns aufwachen, damit wir auf eine Welt im Frieden hoffen. Das Gebet ist die Wurzel des Friedens. Es lässt gleichsam den Frieden sprießen, auch in einem trockenen und verwüsteten Land. Das ist die Verkündigung des Propheten, der nicht auf den Glauben an die Liebe Gottes verzichtet, die das Böse besiegt und sein Volk rettet. Er spricht von der „Herrlichkeit" Gottes, also von seiner starken Liebe, die sein Volk Tag und Nacht begleitet. Indem er die Erzählung von der Wolke aus dem Exodus aufgreift, erinnert uns der Prophet an den Schutz Gottes, der uns am Tag wie eine Wolke vor der Sonne beschirmt und wie „eine strahlende Feuerflamme" in der Nacht begleitet, damit wir nicht vom Weg abkommen.