Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das erste Buch der Könige 11,4-13

Als Salomo älter wurde, machten seine Frauen sein Herz anderen Göttern geneigt, sodass sein Herz dem HERRN, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie das Herz seines Vaters David. Er verehrte Astarte, die Göttin der Sidonier, und Milkom, den Götzen der Ammoniter. Er tat, was böse war in den Augen des HERRN, und war ihm nicht so vollkommen ergeben wie sein Vater David. Damals baute Salomo auf dem Berg östlich von Jerusalem eine Kulthöhe für Kemosch, den Götzen der Moabiter, und für Milkom, den Götzen der Ammoniter. Dasselbe tat er für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern Rauch- und Schlachtopfer darbrachten. Der HERR aber wurde zornig über Salomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm verboten hatte, fremden Göttern zu dienen. Doch Salomo hielt sich nicht an das, was der HERR von ihm verlangt hatte. Daher sprach der HERR zu ihm: Weil es so mit dir steht, weil du meinen Bund und meine Satzungen nicht bewahrt hast, die ich dir gegeben habe, werde ich dir das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben. Nur deines Vaters David wegen werde ich es nicht schon zu deinen Lebzeiten tun; erst deinem Sohn werde ich es entreißen. Doch werde ich ihm das Königtum nicht ganz entreißen; einen Stamm lasse ich deinem Sohn wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, das ich erwählt habe.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Salomo „tat, was böse war in den Augen des Herrn, und war ihm nicht so vollkommen ergeben wie sein Vater David". Dies erklärt das traurige Ende Salomos und seiner Herrschaft. Doch all dies geschah weder aus Zufall noch unvermittelt. Die Sünde, wie im Übrigen auch die Bekehrung, hat ihre Geschichte, die mit dem Herzen eines jeden Gläubigen verbunden ist, und diese Geschichte ist nie von den Beziehungen zu den anderen Menschen losgelöst. Wir sind alle, im Guten wie im Bösen, miteinander verbunden. Salomo hatte sich von der verdorbenen Logik anziehen und beherrschen lassen, die sich immer einstellt, wenn man sich dem Stolz ergibt. Es beginnt damit, dass man sich von Geld und Reichtum versklaven lässt und es dann am Respekt für die anderen fehlen lässt und schließlich nur noch nach der persönlichen Befriedigung strebt, die in der Sexualität ein überaus fruchtbares Feld findet. Salomo hielt sich einen Harem aus zahllosen Frauen. Zwar war dies für einen Monarchen des Altertums ein Zeichen von Reichtum und Macht, vor allem, wenn die Frauen aus anderen Völkern kamen. Doch wog schwer, dass diese Versklavung durch Geld, Reichtum und Sexualität Salomos Herz weit von Gott entfernte. Nicht zufällig weist der Autor schon am Anfang darauf hin, dass Salomo nicht nur die Tochter des Pharaos, sondern auch viele andere „liebte". Gerade sie „machten sein Herz anderen Göttern geneigt, sodass sein Herz dem Herrn, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie das Herz seines Vaters David". Entscheidend ist immer das Herz. Auch Jesus wird sagen: „... wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz" (Mt 6,21). Salomos Herz war nicht mehr bei Gott, anders als es von ihm am Anfang seines Königtums gesagt wird, denn er hatte dem Stolz und der Eigenliebe nachgegeben, die ihn weit von Gott entfernten. Wenn er gehört und befolgt hätte, was Gottes Wort im Buch Deuteronomium über den König sagt, wäre er nicht dem Götzendienst verfallen: „Der König soll sich aber nicht zu viele Pferde halten. Er soll das Volk nicht nach Ägypten zurückbringen, um mehr Pferde zu bekommen ... Er soll nicht zu viel Silber und Gold anhäufen" (Dtn 17,16-17). Salomo übertritt diese Vorschriften: Er lässt Pferde aus Ägypten kommen und verschafft sich großen Reichtum. Salomo hat sich so sehr vom Stolz mitreißen lassen, dass weder für den Herrn noch für sein Erbarmen Raum blieb. Auch David hatte gesündigt, doch er erkannte seine Sünde, weil er auf den Propheten hörte und um Vergebung bat. Salomos Leben nahm ein trauriges Ende, und mit der Teilung des Reiches bezahlten seine Nachkommen den denkbar höchsten Preis für seine Sünden.