Gedenken an den gekreuzigten Jesus

Teilen Auf

Fest der Heiligen Kyrill († 869) und Method († 885), der Väter der slawischen Kirche und Patrone Europas.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das erste Buch der Könige 11,29-32; 12,19

Als in jener Zeit Jerobeam einmal aus Jerusalem herauskam, begegnete ihm auf dem Weg der Prophet Ahija aus Schilo. Dieser war mit einem neuen Mantel bekleidet. Während nun beide allein auf freiem Feld waren, fasste Ahija den neuen Mantel, den er anhatte, zerriss ihn in zwölf Stücke und sagte zu Jerobeam: Nimm dir zehn Stücke; denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Ich nehme Salomo das Königtum weg und gebe dir zehn Stämme. Nur ein Stamm soll ihm verbleiben wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe. So überwarf sich Israel mit dem Haus David bis zum heutigen Tag.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Salomo achtete nur auf seinen Stolz und war gegenüber dem Gesetz Gottes taub. Er hatte seine wahre Kraft und seine wahre Stütze verloren. Das Reich beginnt tatsächlich zu wanken und zu zersplittern: Feinde tauchen auf und untergraben die Stabilität und Einheit des Reiches. Der Verfasser berichtet von der Erhebung Jerobeams. Diese entsteht nicht durch Ursachen, die normalerweise die Beziehungen unter den Regierungen bestimmen. Gott selbst ist es, der eingreift. Der Prophet Ahija aus Schilo begegnet Jerobeam und zieht in einer symbolreichen Geste den Mantel aus, den er anhatte, zerreißt ihn in zwölf Stücke und sagt Jerobeam: „Nimm dir zehn Stücke; denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Ich nehme Salomo das Königtum weg und gebe dir zehn Stämme. Nur ein Stamm soll ihm verbleiben wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe." Die symbolische Geste des Ahija, die an den Orakelspruch Samuels erinnert, mit dem er Saul abwies (1 Sam 15,27-28), ist einerseits Ausdruck für die Treue Gottes, der von den Versprechen, die er David gemacht hat, und von der Entscheidung, in Jerusalem zu wohnen, nicht ablässt. Andererseits weist sie aber auch auf den unvermeidlichen Niedergang dessen hin, der nicht den Wegen des Herrn folgt. Auf den Wegen des Herrn zu gehen, sein Wort zu befolgen, bedeutet, sich auf den Pfad dieser unentgeltlichen und starken Liebe des Herrn zu begeben, der jedem, der ihm folgt, Augen und Herz öffnet. In Bezug auf Jerobeam wiederholt der Prophet dieselben Ermahnungen, damit nicht auch er von den Wegen des Herrn abkommt, wenn er für sein Reich Stabilität und Unversehrtheit wünscht. Salomo, der die Rolle des Herodes aus der Kindheit Jesu vorwegnimmt, erfährt von dem Plan und versucht Jerobeam zu töten. Dieser jedoch rettet sich, indem er nach Ägypten flieht und bis zum Tod Salomos dort bleibt.