Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Gedenktag des heiligen Bischofs Augustinus von Canterbury († ca. 605), Vater der englischen Kirche.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 20,28-38

Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Vorstehern bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche des Herrn sorgt, die er sich durch sein eigenes Blut erworben hat! Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen. Seid also wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden Einzelnen zu ermahnen. Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen. Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt; ihr wisst selbst, dass für meinen Unterhalt und den meiner Begleiter diese Hände hier gearbeitet haben. In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen. Nach diesen Worten kniete er nieder und betete mit ihnen allen. Und alle brachen in lautes Weinen aus, fielen Paulus um den Hals und küssten ihn; am meisten schmerzte sie sein Wort, sie würden ihn nicht mehr von Angesicht sehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus fordert die Ältesten von Ephesus dazu auf, auf sich selbst achtzugeben, wie er es bisher getan hat, ohne sich auf irgendeine Weise zu schonen. Er erinnert daran, dass er „Tag und Nacht nicht aufgehört" hat, „unter Tränen jeden Einzelnen zu ermahnen". Diese Worte sind voller Leidenschaft und zeigen uns eine außergewöhnliche Liebe. Er weiß, dass christliches Leben und auch das Leben der Hirten nicht nur das Ergebnis des guten Willens einzelner ist, sondern, dass der Herr Kraft und Weisheit schenkt, um nach dem Evangelium zu leben. Deshalb sagt er ihnen: „Jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an." Es gibt zu denken, dass der Apostel nicht das Wort den Dienern, sondern die Diener Gott und seinem Wort anvertraut. Dass er sie dem Wort anvertraut, will besagen, dass sie aufgerufen sind, ihren Glauben und ihre Hoffnung auf das Wort Gottes zu setzen und nicht auf sich allein. Paulus beendet seine Rede, indem er an seine Beziehung zu den Armen von Ephesus erinnert: Er half ihnen mit der Arbeit seiner Hände. Auch hat er für sich keinen Reichtum angestrebt und durch die Arbeit seiner eigenen Hände für seinen eigenen Unterhalt gesorgt. Er betont, dass es eine der ersten Pflichten der Christen ist, „sich der Schwachen anzunehmen". An dieser Stelle wird zum ersten Mal im Neuen Testament der Begriff „schwach" verwendet (asténos, d.h. kraftlos), um die Armen im Allgemeinen zu bezeichnen. Der Verfasser der Apostelgeschichte fasst hier gleichsam seine ganze Lehre von der christlichen Barmherzigkeit zusammen: Wir sollen „uns der Schwachen annehmen", also uns persönlich verantwortlich für sie fühlen. Sodann fügt er eine wunderschöne Aussage Jesu an, mit der Paulus das Leben des Gläubigen zusammenfasst: „Geben ist seliger als nehmen." Jesus sagte: „Gebt, dann wird auch euch gegeben werden!" (Lk 6,38). Später greift auch die Didaché diese Lehre auf und schreibt: „Gib jedem, der dich bittet, und erwarte keine Rückgabe. Der Vater will, dass seine Gaben allen gegeben werden. Selig, wer gibt, gemäß dem Gebot, denn er ist untadelig."