Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der zweite Brief an Timotheus 2,8-15

Denke an Jesus Christus, auferweckt von den Toten, aus Davids Geschlecht, gemäß meinem Evangelium, um dessentwillen ich leide bis hin zu den Fesseln wie ein Verbrecher; aber das Wort Gottes ist nicht gefesselt. Deshalb erdulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie das Heil in Christus Jesus erlangen mit ewiger Herrlichkeit. Das Wort ist glaubwürdig: Wenn wir nämlich mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen; wenn wir ihn verleugnen, wird auch er uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen. Rufe ihnen das ins Gedächtnis und beschwöre sie bei Gott, sich nicht um Worte zu streiten; das ist unnütz und führt die Zuhörer nur ins Verderben. Bemühe dich darum, dich vor Gott zu bewähren als ein Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit geradeheraus verkündet!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus ermahnt Timotheus, stark zu sein, nicht den Mut zu verlieren und sich nicht der Verzagtheit hinzugeben. Seine Kraft liegt in der „Gnade, die [ihm] in Christus Jesus geschenkt ist". Aus der Begegnung mit Jesus muss er kontinuierlich die Inspiration und Kraft für seinen Dienst schöpfen, der darin besteht, das Evangelium zu verkünden und es seinerseits „zuverlässigen Menschen" anzuvertrauen, damit sie es wiederum anderen weitergeben. Paulus deutet hier den Sinn der kirchlichen Tradition an, die eben darin besteht, das Evangelium von Generation zu Generation weiterzugeben. So ist eine ununterbrochene Kette entstanden, die den Glauben von heute mit der Verkündigung der Apostel und damit mit Jesus selbst verbindet. Die christliche Tradition besteht nicht darin, abstrakte Wahrheiten oder leere Riten weiterzugeben, sondern mit Worten und Taten Zeugnis abzulegen vom Leben Jesu, der gekreuzigt wurde, aber von den Toten auferstanden ist. Diese Verkündigung kann nicht einmal durch Ketten gehindert werden. Paulus spricht von den Ketten seiner Haft, während er diesen Brief schreibt. Eindringlich betont er, dass „das Wort Gottes ... nicht gefesselt" ist. Keine menschliche Macht kann es aufhalten. Vielmehr wird der Glaube durch Verfolgung gestärkt und vervielfacht. Paulus weiß, dass sein Leiden Teil der Berufung zum Apostel ist, und genauso ist es auch Teil der Berufung der Jünger aller Epochen. Das Martyrium, also sein Leben für Jesus hinzugeben, ist integraler Bestandteil des Evangeliums. Der Apostel erinnert Timotheus aber daran: „Wenn wir nämlich mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen". Wer sein Leben für Christus hingibt, wird mit ihm Miterbe der Herrlichkeit. Tragisch dagegen ist das Geschick dessen, der sich von Christus trennt. Doch es ist gut zu wissen, so fügt der Apostel hinzu, dass Jesus treu bleibt, denn er begeht niemals Verrat. Der Apostel will den Gläubigen eine väterliche Mahnung schenken, damit sie wissen, dass Jesus uns, was auch immer wir tun, erwartet wie jener Vater seinen verlorenen Sohn. Seine Bindung der Liebe zu uns ist stärker als unsere Schwächen und unsere Sünde.