Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Gedenktag des heiligen Priesters und Märtyrers der Liebe Maximilian Kolbe. Im Konzentrationslager Auschwitz nahm er im Jahr 1941 den Tod auf sich, um einem anderen Mann das Leben zu retten.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Ezechiel 16,1-15.60.63

Das Wort des HERRN erging an mich: Menschensohn, mach Jerusalem ihre Gräueltaten bekannt und sage: So spricht GOTT, der Herr, zu Jerusalem: Deiner Herkunft und deiner Geburt nach bist du aus dem Land der Kanaaniter. Dein Vater ist ein Amoriter und deine Mutter eine Hetiterin. Bei deiner Geburt, am Tag, als du geboren wurdest, wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten, du wurdest zur Reinigung nicht mit Wasser abgewaschen, nicht mit Salz eingerieben, nicht in Windeln gewickelt. Kein Auge zeigte dir Mitleid, um dir eines von diesen Dingen zu tun, um sich deiner zu erbarmen, sondern du wurdest auf das freie Feld hingeworfen, weil man dich verabscheute am Tag, an dem du geboren wurdest. Da kam ich an dir vorüber und sah dich in deinem Blut strampeln; und ich sagte zu dir in deinem Blut: Bleib am Leben! Ich sagte zu dir: In deinem Blut, bleib am Leben! Wie eine Blume auf dem Feld ließ ich dich wachsen. Und du bist herangewachsen, bist groß geworden und herrlich aufgeblüht: Deine Brüste wurden fest; dein Haar begann zu sprießen. Doch du warst nackt und bloß. Da kam ich an dir vorüber und sah dich und siehe, deine Zeit war da, die Zeit der Liebe. Ich breitete den Saum meines Gewandes über dich und bedeckte deine Blöße. Ich leistete dir den Eid und ging mit dir einen Bund ein - Spruch GOTTES, des Herrn - und du wurdest mein. Dann wusch ich dich mit Wasser, spülte dein Blut von dir ab und salbte dich mit Öl. Ich kleidete dich in bunte Gewänder, zog dir Schuhe aus Tahasch-Leder an, band dir Byssus um und hüllte dich in Seide. Ich schmückte dich mit Schmuck, legte dir Spangen an die Arme und eine Kette um den Hals. Ich gab einen Ring an deine Nase, Ohrringe an deine Ohren und eine herrliche Krone auf dein Haupt. Mit Gold und Silber konntest du dich schmücken, aus Byssus, Seide und buntem Gewebe war dein Gewand. Feinmehl, Honig und Öl aßest du. So wurdest du überaus schön, du wurdest tauglich zu königlicher Herrschaft. Der Ruf deiner Schönheit drang zu den Völkern hinaus, denn sie war vollkommen durch meinen Schmuck, den ich dir anlegte - Spruch GOTTES, des Herrn. Doch dann hast du dich auf deine Schönheit verlassen, du hurtest in deinem Ruhm und hast mit deiner Hurerei jeden überschüttet, der vorbeiging, ihm wurde sie zuteil. Ich aber, ich werde meines Bundes mit dir aus den Tagen deiner Jugend gedenken, und ich werde einen ewigen Bund für dich aufrichten. So sollst du gedenken, sollst dich schämen und wirst vor Scham den Mund nicht mehr öffnen können, weil ich dir Versöhnung gewähre für alles, was du getan hast - Spruch GOTTES, des Herrn.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Prophet beschreibt die wechselhafte Geschichte des Bundes Gottes mit seinem Volk anhand der Metapher eines Königs, der ein verlassenes, neugeborenes Mädchen von der Straße aufliest. Der König nimmt sie auf, umsorgt und erzieht sie und macht sie sogar zur Königin, obwohl sie sich weiter mit anderen Männern prostituiert. Der Prophet will, dass Israel sich durch diese Erzählung seiner Sünde bewusst wird und vor allem, dass es erkennt, wie sehr Gott es liebt. Die Traurigkeit des Exils, in dem Israel sich befindet, ist nichts anderes als die bittere Folge seines Verrats am Bund mit Gott. Wenn Israel Gott bitten will, ihm entgegenzukommen, damit es Hilfe erhält, muss es seine Sünde und seine Unfähigkeit, sich aus eigener Kraft von der Sünde zu befreien, anerkennen. Die ganze Geschichte Israels ist, auch wenn das Volk Gottes dies oft vergisst, gekennzeichnet von der Liebe Gottes, der sein Volk nie im Stich lässt, obwohl es ihn ständig verrät. Es ist schön zu lesen, wie das kleine Mädchen dem Herrn mehr und mehr ans Herz wächst. Das ist das Ausmaß der Liebe Gottes, der uns über die Jahre begleitet und immer wieder die Mittel findet, uns zu helfen und wachsen zu lassen. Die in der Erzählung mehrfach wiederkehrenden Worte „Da kam ich an dir vorüber und sah dich", zeigen die Beständigkeit einer Liebe, die sieht und nicht vorbeigeht, sondern stehenbleibt und die Hilfe leistet, die wir brauchen. Die Worte des Propheten zeigen nicht nur die Beständigkeit der Barmherzigkeit, die Gott seinem Volk und jedem von uns erweist, sondern auch, wie sich diese Barmherzigkeit auf die verschiedenen Lebensabschnitte und die verschiedenen Situationen, in denen wir uns befinden, einstellt. Die Liebe des Herrn ist nicht irgendeine Liebe. Sie ist eine Liebe, die sieht, die sich anrühren lässt, die unser Leben viel tiefer ergründet, als wir selbst dies tun und tun können.