Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Offenbarung des Johannes 15,1-4

Dann sah ich ein anderes Zeichen am Himmel, groß und wunderbar. Ich sah sieben Engel mit sieben Plagen, den sieben letzten; denn in ihnen erreicht der Zorn Gottes sein Ende. Dann sah ich etwas, das einem gläsernen Meer glich und mit Feuer durchsetzt war. Und die Sieger über das Tier, über sein Standbild und über die Zahl seines Namens standen auf dem gläsernen Meer und trugen die Harfen Gottes. Sie sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied zu Ehren des Lammes und sprachen: Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker. Wer wird dich nicht fürchten, Herr, wer wird deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig: Alle Völker kommen und beten dich an; denn offenbar geworden sind deine gerechten Taten.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Mit der heutigen Lesung beginnt die letzte Siebenerreihe vor der Vollendung. Das Ende der Zeiten bricht an, das Gericht steht bevor. Auf die sieben Engel, die die Posaunen blasen, folgen sieben Engel, deren jeder eine Schale in Händen hält. Der Apostel beschreibt ein gläsernes Meer, auf dem die Zeugen Christi stehen: jene, die dem Tier widerstanden haben. Wie die Juden nach dem Durchzug durch das Rote Meer singen sie ein Loblied auf die Wundertaten des Herrn. Sie besingen nicht ihr eigenes Zeugnis, sie loben sich nicht selbst, sie fordern auch keine Privilegien als Gegenleistung für ihre Werke, wie wir es in der Regel versucht sind zu tun. Sie loben die großen und wunderbaren Taten Gottes. Denn der Herr hat sie gestärkt, gerettet und beschützt. Ihnen ist klar, dass Gott der Vorrang vor ihrem Leben, ja vor der ganzen Menschheitsgeschichte gebührt. Die Offenbarung stellt sie uns vor Augen, damit sie uns lehren, wie wir uns zu Gott verhalten und wie wir ihm unser Loblied darbringen sollen. Ihr Gesang ist von Bibelstellen durchzogen, wie um anzudeuten, wie kostbar die Bibel auch für unser Beten ist. Denken wir nur an die Schönheit und Kraft des Psalmengebets! Wer mit den Psalmen betet, dessen Gebet ist wirkungsvoll, weil wir sicher sein können, dass diese Worte, die Gott selbst uns in den Mund gelegt hat, sein Herz erreichen und ihn treffen. Am Ende des Liedes sieht Johannes, wie sich „das Zelt des Zeugnisses im Himmel" öffnet (Offb 15,5). In der Tradition Israels war dieses Zelt der Ort, an dem sich Gott seinem Volk offenbarte, und damit ein Ort nicht des Zornes oder der Züchtigung, sondern des Erbarmens und der Liebe. Jede Gebetsversammlung muss ein solches Zelt des Zeugnisses und der Barmherzigkeit werden.