Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Fest des Apostels Matthias.


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Evangelium nach Lukas 11,29-32

Als immer mehr Menschen zusammenkamen, begann er zu sprechen: Diese Generation ist eine böse Generation. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden außer das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht mit den Männern dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht mit dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie sind auf die Botschaft des Jona hin umgekehrt. Und siehe, hier ist mehr als Jona.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Heute gedenkt die Kirche in Deutschland des Apostels Matthias. Er wurde von der ersten christlichen Gemeinde ausgewählt, um die Zwölferzahl der Apostel zu vervollständigen, die für das ganze erwählte Volk stehen sollte. In dieser Zahl - die den zwölf Stämmen Israels entsprach - lag die Sehnsucht nach einem vollkommenen und universalen Heil, die nicht abgeschwächt und schon gar nicht beseitigt werden durfte. Auch der Hinweggang des Judas durfte die Ausrichtung auf das universale Heil nicht zunichtemachen, die dem Evangelium innewohnt. Für Jesus haben die Menschen aller Völker und Länder ein Anrecht auf die Verkündigung des Heils, und davon darf niemand ausgeschlossen bleiben. Die Kirche steht daher in der Pflicht, es bis zu den Enden der Erde weiterzugeben. Der universale Geist Jesu ist integraler Bestandteil des christlichen Glaubens. Freilich konnte nicht einfach irgendjemand ausgewählt werden. Daher wurde sogleich folgendes Kriterium aufgestellt: Der Gewählte musste das Leben Jesu geteilt, ihn gehört, gesehen und berührt haben und ihm nachgefolgt sein. Es musste sich also um einen echten Augenzeugen handeln. Die Tradition erblickt in Matthias einen der 72 Jünger Jesu. In der Präfation der Ambrosiusliturgie heißt es über ihn: "Um die Zahl der Apostel zu erfüllen, hast du in besonderer Weise in Liebe auf Matthias schon in der Nachfolge und bei den Geheimnissen deines Gesalbten geschaut. Seine Stimme schloss sich den anderen elf Zeugen des Herrn an und brachte der Welt die Verkündigung, dass Jesus von Nazaret wahrhaftig auferstanden ist und sich den Menschen das Himmelreich aufgetan hat." In Matthias können wir den Namen eines jeden Jüngers zu allen Zeiten erkennen. Alle, denen die Sorge für die Gemeinde anvertraut ist, sind gebeten, selbst zuallererst das Evangelium zu leben und selbst die universale Dimension des Heils zu spüren.