Gebet in der Osterzeit

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Christus ist von den Toten auferstanden
und er stirbt nicht mehr,
er erwartet uns in Galiläa.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 24,35-48

Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht. Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften. Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Christus ist von den Toten auferstanden
und er stirbt nicht mehr,
er erwartet uns in Galiläa.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das heutige Evangelium führt uns an das Ende des Ostertages. Die beiden Emmausjünger sind gerade im Abendmahlsaal angekommen und erzählen den Jüngern, "was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach". Die Elf und die anderen waren noch voller Angst und hatten den Abendmahlsaal verschlossen. Dieser Ort war sicher voller Erinnerungen, doch es bestand die Gefahr, dass er zum eigenen Schutz ein abgeschlossener, behüteter Raum blieb. Diese Angst kennen auch wir: Wie oft verschließen wir die Türen unserer Herzen, Häuser, Gruppen, Gemeinden und Familien, weil wir ungestört bleiben wollen oder Angst haben, etwas zu verlieren! Doch der Auferstandene ist weiter unter uns. Er tritt in unsere Mitte und stellt sich nicht an den Rand als einer von vielen, als ein Wort unter anderen. Er tritt ein und stellt sich in die Mitte als das rettende Wort. Die Jünger sind von Angst ergriffen und halten ihn für ein Gespenst. Zwar hatten sie schon zuvor die Verkündigung der Frauen gehört, doch durch die Entfernung von Jesus in den Tagen des Leidens ist ihr Geist getrübt und ihr Herz verhärtet. Der Evangelist scheint den Hinweis zu geben, dass der Unglaube die Gläubigen jedes Mal erfasst, wenn sie sich von Jesus entfernen und sich von Angst beherrschen lassen. Jesus tritt bei verschlossenen Türen ein und sagt zu ihnen: "Friede sei mit euch!" Das ist das erste Wort des Auferstandenen. Die erste Folge der Auferstehung ist der Friede. Der österliche Friede ist eine neue Liebeskraft, die die Welt erfüllt. Die Apostel hielten das für unmöglich. Als sie Jesus sehen, haben sie Angst. Jesus tadelt sie: "Was seid ihr so bestürzt?" Er wiederholt, was er häufig zu ihnen gesagt hatte: die Führer des Volkes hätten ihn getötet, doch er werde auferstehen. Wie wenig glauben auch wir den Worten Jesu. Wenn sie wiederholt werden, halten wir sie für Einbildung wie bei einem Gespenst! Doch das Evangelium schafft eine neue Wirklichkeit, eine neue und reale Gemeinschaft aus Menschen, die vorher zerstreut und verängstigt waren und die nach dem Hören auf das Evangelium zu einer neuen Geschwisterlichkeit zusammenfinden. Dieses Abendmahl an Ostern war die Erfüllung des Reiches der Liebe.