Gedenken an die Heiligen und die Propheten

Teilen Auf


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 15,1-8

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Mit diesem Evangelium beginnt der zweite Teil der Abschiedsrede Jesu an seine Jünger. Über die Kommunion mit den Seinen, die durch die Liebe und den Heiligen Geist verwirklicht wird, hat er bereits gesprochen. Jetzt will er mit dem Bild des Vaters als Winzer, des Sohnes als Weinstock und der Jünger als Reben diese sich ausbreitende Liebe beschreiben, die die Jünger mit ihm und dem Vater verbindet. Das Bild vom Weinstock (und vom Weinberg) wird öfter in der Schrift verwendet, um die Beziehung zwischen dem Herrn und seinem Volk zu beschreiben. Dieses Mal aber ist nicht das Volk Israel der Weinstock, sondern Jesus selbst. Er ist der "wahre Weinstock", der gute Früchte hervorbringt und den Reben Leben schenkt. Die Gemeinschaft zwischen Jesus und dem Vater ist die Quelle seines Lebens und der Ursprung seines Wirkens. Er ist vom Himmel auf die Erde herabgekommen, um den Willen des Vaters zu erfüllen. Im Bild vom Weinstock zeigt Jesus den Willen des Vaters: Verbunden mit ihm werden die Jünger wie die Reben am Weinstock Anteil erhalten an der Liebe, die ihn mit dem Vater vereint. Für die Reben ist es im wahrsten Sinn des Wortes lebensnotwendig, dass sie mit dem Weinstock verbunden bleiben. Daher sagt Jesus: "Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen." Wie kann man mit dem Weinstock verbunden bleiben? Jesus erklärt es: "Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten." Das Wort "bleiben" wird in diesem Abschnitt elfmal verwendet. Anschließend folgt achtmal der Ausdruck "Frucht bringen". Frucht bringen können nur Jünger, die mit aufmerksamem Herzen auf das Wort Gottes hören und danach handeln.