Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 13,1-9

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich. Und alle Menschen standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen. Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium schildert uns Jesus am Ufer des Sees von Galiläa. Da sich eine große Menschenmenge versammelt hatte, musste er in ein Boot steigen. Jesus erzählt ein Gleichnis, das er für besonders wichtig hält und deshalb danach seinen Jüngern erklärt. Der tiefere Sinn des Gleichnisses ist klar: Der Glaubende lebt vom Hören des Evangeliums und nicht aus seinem eigenen Stolz heraus. Jesus beginnt damit, dass der Sämann frühmorgens hinausgeht, um zu säen. Dieser Sämann ist kein kleinlicher Rechner. Er scheint auch dem Boden Vertrauen entgegenzubringen, der mehr einem Weg oder einem Steinhaufen gleicht als einem gepflügten und bereiteten Boden. Trotzdem sät der Sämann den Samen auch dort aus in der Hoffnung, dass er Wurzeln treibt. Das Erdreich ist die ganze Menschheit, alle Männer und Frauen, wir eingeschlossen. In den verschiedenen Böden können wir ohne Schwierigkeiten die Vielfalt der Situationen der Welt und jedes Einzelnen erkennen. Jesus will die Männer und Frauen nicht in Kategorien einteilen: in diejenigen, die das gute Erdreich, und in diejenigen, die das schlechte Erdreich darstellen.
In den gesellschaftlichen Gruppen und in jedem von uns stecken diese verschiedenen Böden, von denen das Evangelium spricht. Manche Tage sind vielleicht etwas steiniger, andere weniger. Einmal nehmen wir das Evangelium auf, lassen uns dann aber von den Versuchungen überraschen. Ein andermal hören wir zu und bringen Frucht. Das Wort Gottes ist der Same, von dem Jesus in diesem Gleichnis spricht. Der Same ist immer ein Geschenk, das aber in der Erde, die wir sind, Wurzeln schlagen muss. Unsere Hände, die es vielleicht gewohnt sind, Dinge zu berühren, denen wir großen Wert zuschreiben, achten diesen Samen gering. Wie oft haben wir unsere Traditionen und Überzeugungen für wichtiger gehalten als das schwache und zerbrechliche Wort des Evangeliums! Doch wie im kleinen Samen die ganze Kraft enthalten ist, die später zu einer Pflanze wird, so enthält das Wort des Evangeliums die Energie, die unsere Zukunft und die Zukunft der Welt hervorbringt. Wichtig ist, sich ihm nicht zu widersetzen.