Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 9,18-22

Und es geschah: Jesus betete für sich allein und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Christus Gottes. Doch er befahl ihnen und wies sie an, es niemandem zu sagen. Und er sagte: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet und am dritten Tage auferweckt werden.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus fragt die Jünger, was die Leute über ihn denken. Die Jünger berichten ihm in einer Art betender Zwiesprache von den landläufigen Auffassungen, die auch Herodes zu Ohren gekommen waren. Doch eigentlich wollte Jesus eher wissen, was sie selbst über ihn denken, die sie ja nun schon seit geraumer Zeit mit ihm zusammen waren. Jesus empfand diese Gruppe von Jüngern als seine Familie, die seine Verkündigung konkret verwirklichte. Deshalb wollte er ihr Herz kennenlernen und wissen, für wen sie ihn wirklich halten. Petrus antwortet im Namen aller: "Für den Christus Gottes." Das ist ein feierliches Bekenntnis und noch eindeutiger als in der Parallelstelle bei Markus, weil das Wort "Christus" hier durch das Attribut "Gottes" ergänzt wird. Petrus ist wirklich der Erste, der im Namen aller den wahren Glauben bekennt. Er geht uns voran, damit jeder von uns mit denselben Worten auf die Frage antwortet, die Jesus nach wie vor auch an uns richtet: "Ihr aber, für wen haltet ihr mich?" Jesus selbst fordert unseren Verstand und unser Herz auf, ihn als den Erlöser und den zu begreifen und zu lieben, der auch uns von Sünde und Tod befreit. Das Schweigen über seine Person, das Jesus den Jüngern auferlegt, dient nicht dem Zweck, sich zu verstecken, im Gegenteil: Er will nicht, dass seine Sendung auf weltliche und trügerische Weise aufgefasst und dadurch verfälscht wird. Die Schwierigkeit, seine Sendung in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen, tritt sofort zutage, als er hinzufügt, welches Schicksal ihn in Jerusalem erwartet. Die Botschaft Jesu ist eindeutig: Der Weg zur Auferstehung führt über das Kreuz. Das ist das Geheimnis des Lebens Jesu, der Kirche und der Jünger zu allen Zeiten. Der Sieg des Guten über das Böse führt immer über den Weg des Kreuzes.