Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 12,1-7

Unterdessen strömten Tausende von Menschen zusammen, sodass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus begann zu sprechen, vor allem zu seinen Jüngern: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei! Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, im Licht hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden. Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, danach aber nichts weiter tun können! Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen! Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten. Verkauft man nicht fünf Spatzen für zwei Pfennige? Und doch ist nicht einer von ihnen vor Gott vergessen. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

"Tausende von Menschen", so heißt es im heutigen Evangelium, scharten sich um Jesus, "sodass es ein gefährliches Gedränge gab". Es waren Männer und Frauen, die Trost brauchten und ein besseres Leben suchten. Jesus, der wirklich ein guter Hirte ist, warnt sie sofort vor jenen, die sie umringen, vor den falschen Hirten, genauer gesagt, vor dem Sauerteig der Heuchelei, der die Führung der Pharisäer unerträglich und gefährlich machte. Der Moment wird kommen, sagt Jesus feierlich, da all das zutage tritt und die Leere und Traurigkeit derer sichtbar wird, die sich mit einem lieblosen und unbarmherzigen Herzen, aber voller Stolz und Eigenliebe ihr Dasein aufgebaut haben. Die Jünger, die dem wahren Hirten und Meister zuhören und nachfolgen, müssen sich anders verhalten. Jesus führt hier eine kostbare Unterscheidung ein. Der Leib kann sterben, aber es gibt ein "Danach". Über dieses Danach soll der Jünger nachdenken. Das Danach, so deutet Jesus an, ist an das Herz gebunden, das heißt an das innere Leben, an den Ort der Gottesbegegnung oder - und das wäre eine tragische Entscheidung - der Begegnung mit dem, der uns "in die Hölle zu werfen" vermag. In den Worten Jesu liegt keinerlei Verachtung des Leibes - wie viele Heilungen hat er vollbracht! Doch es steht außer Frage, dass wir uns weniger um die Bekehrung des Herzens als um unseren Leib und unser individuelles Wohlergehen sorgen. Jesus erinnert uns daran, dass der Vater im Himmel sich weit mehr um uns sorgt als um die Spatzen und jedes einzelne Haar unseres Kopfes kennt. Kümmern wir uns um das Herz und sein Wachstum in der Liebe. Diesen Drang müssen die Christen auch im Hinblick auf ihr eigenes Heil verspüren. Zugleich aber können wir damit einer Welt, die das individuelle und materielle Wohlergehen über alles andere stellt, ein überaus kostbares Zeugnis vor Augen führen.