Gedenken an die Mutter des Herrn

Teilen Auf


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 13,18-21

Er aber sagte: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen? Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann nahm und in seinen Garten säte; es wuchs und wurde zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen. Noch einmal sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die beiden sehr kurzen Gleichnisse im heutigen Evangelium sind besser zu verstehen, wenn man sie im Kontext der zunehmend feindseligen Haltung liest, mit der die Anführer des Volkes Jesus begegneten. In Wirklichkeit ist das, was Jesus widerfuhr, ein Schicksal, das zur gesamten christlichen Geschichte dazugehört. In jeder Generation, die im Lauf der Geschichte auf die andere folgt, stößt das Evangelium auf Widerstand. Die Frage, die dieser massive Widerstand gegen das Evangelium aufwirft, betrifft die Bedeutungslosigkeit des Evangeliums, seine Schwäche, wenn es darum geht, die Welt zu verändern. Vielleicht haben sich die ersten christlichen Gemeinden gefragt, ob es wirklich möglich sei, das Reich Gottes allein mit Sanftmut und mit Worten herbeizuführen, nachdem diese Gleichnisse bei den Synoptikern überliefert sind. Tatsächlich kann es vorkommen, dass auch wir uns fragen, ob das Evangelium nicht zu schwach ist, um eine Welt zu verändern, die doch so viel stärker zu sein scheint. Auf diese uralten und doch so aktuellen Fragen antwortet Jesus mit den beiden kleinen Gleichnissen vom Senfkorn und vom Sauerteig im Mehl. Das Reich Gottes ist das Herzstück der Verkündigung Jesu, wie wir von den Synoptikern wissen. Einerseits ist da diese dem Satan unterworfene Welt, und andererseits das neue Reich, das Reich Gottes, das zu errichten Jesus gekommen ist. Das ist der Sinn der beiden Gleichnisse. Das Reich, für dessen Errichtung Jesus gekommen ist, beginnt nicht machtvoll und lautstark, sondern wie ein kleines Samenkorn, wie eine Handvoll Sauerteig. Allerdings ist es wichtig, dass der Same in die Erde fällt und dass der Sauerteig sich mit der übrigen Masse vermischt. Lukas betont im Gleichnis die Vorstellung einer Entwicklung, eines kontinuierlichen Wachstums. Das Samenkorn, das heißt die Verkündigung des Evangeliums und die Praxis der Liebe, wird einen großen Baum hervorbringen, und der Sauerteig wird die Masse der Gesellschaft und der Welt durchsäuern. Viele werden im Schatten des Baumes der Liebe Schutz finden, und viele werden mit dem Brot der Barmherzigkeit ihren Hunger stillen können.