Gedenken an die Kirche

Teilen Auf


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 21,20-28

Wenn ihr aber seht, dass Jerusalem von Heeren eingeschlossen wird, dann erkennt ihr, dass seine Verwüstung bevorsteht. Dann sollen die Bewohner von Judäa in die Berge fliehen; wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in die Stadt gehen. Denn das sind die Tage der Vergeltung, damit alles in Erfüllung geht, was geschrieben steht. Wehe den Frauen, die in jenen Tagen schwanger sind oder ein Kind stillen! Denn große Bedrängnis wird über das Land hereinbrechen und Zorn über dieses Volk. Mit scharfem Schwert wird man sie erschlagen, als Gefangene wird man sie zu allen Völkern schleppen und Jerusalem wird von den Völkern zertreten werden, bis die Zeiten der Völker sich erfüllen. Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn dies beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Wort Gottes offenbart uns das Ziel unseres Lebens, das Ziel der Völker der Erde und der gesamten Schöpfung: das Jerusalem Gottes mit den neuen Himmeln und der neuen Erde, von dem im Buch der Offenbarung die Rede ist. Das Bild des himmlischen Jerusalem, wie es uns in der Offenbarung gezeigt wird, soll verdeutlichen, dass sich das christliche Heil nicht auf individueller, sondern auf gemeinschaftlicher Ebene, auf der Ebene nicht einer einzelnen, sondern der Realität aller Völker erfüllt. Der Herr rettet uns nicht einzeln, einen nach dem anderen, sondern als Gemeinschaft, als Volk, als Völker, die in der Stadt Gottes mit den vielen Wohnungen leben. Für die Christen führt das Heil über ihren Einsatz für die Gesellschaft, in der sie leben, für die Stadt, in der sie wohnen, für die Metropolen, in denen sie zu Hause sind. Mit dem Bild vom belagerten und zerstörten Jerusalem erinnert uns das Evangelium auch an die Lage im heutigen Jerusalem, der Stadt der drei Religionen Judentum, Christentum und Islam. Wir dürfen sie nicht vergessen, und die Worte des Psalms gelten auch für uns: "Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht mehr gedenke, ... Jerusalem" (Ps 137,6). Jerusalems Probleme sind unsere Probleme, und wir dürfen nicht aufhören, dafür zu beten, dass Jerusalem wieder, wie schon sein Name sagt, zur "Stadt des Friedens" wird. In ihm erahnen wir das himmlische Jerusalem, wo alle Völker sich um den einen Gott versammeln. Die apokalyptische Sprache des Evangelisten beschreibt nicht nur die derzeitige Unordnung in der Welt, sondern bringt auch die Gefühle der Menschen treffend zum Ausdruck, die "vor Angst vergehen". Diese Situation drängt uns Gläubige dazu, uns aufzurichten und unsere Häupter zu erheben, weil der Menschensohn nahe, ja weil er schon da ist. Er ist gekommen, um mitten unter den Menschen zu wohnen, damit das Böse und die Gewalt die Welt nicht länger unterjochen. Er ist gekommen, um alle auf den Weg des Friedens zu führen. Besonders uns Gläubigen hat der Herr die Aufgabe anvertraut, der Welt die Schönheit und die Kraft des Evangeliums der Liebe und des Friedens zu zeigen.