Liturgie des Sonntags

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2. Adventssonntag
Gedenktag des heiligen Nikolaus († 343), dessen Reliquien in Bari aufbewahrt werden. Er war Bischof in Myra in Kleinasien (in der heutigen Türkei) und wird im ganzen Orient verehrt. Gedenken an alle Christen, die im Orient leben.


Erste Lesung

Das Buch Jesaja 40,1-5.9-11

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und ruft ihr zu, dass sie vollendet hat ihren Frondienst, dass gesühnt ist ihre Schuld, dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes für all ihre Sünden! Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alles Fleisch wird sie sehen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen. Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: Siehe, da ist euer Gott. Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Siehe, sein Lohn ist mit ihm und sein Ertrag geht vor ihm her. Wie ein Hirt weidet er seine Herde, auf seinem Arm sammelt er die Lämmer, an seiner Brust trägt er sie, die Mutterschafe führt er behutsam.

Antwortpsalm

Psalm 85

Einst hast du, Herr, dein Land begnadet und Jakobs Unglück gewendet,

hast deinem Volk die Schuld vergeben, all seine Sünden zugedeckt,

hast zurückgezogen deinen ganzen Grimm und deinen glühenden Zorn gedämpft.

Gott, unser Retter, richte uns wieder auf, laß von deinem Unmut gegen uns ab!

Willst du uns ewig zürnen, soll dein Zorn dauern von Geschlecht zu Geschlecht?

Willst du uns nicht wieder beleben, so daß dein Volk sich an dir freuen kann?

Erweise uns, Herr, deine Huld, und gewähre uns dein Heil!

Ich will hören, was Gott redet:
Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen.

Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land.

Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich.

Treue sproßt aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt seinen Ertrag.

Gerechtigkeit geht vor ihm her, und Heil folgt der Spur seiner Schritte.

Zweite Lesung

Der zweite Brief des Petrus 3,8-14

Dies eine aber, Geliebte, soll euch nicht verborgen bleiben, dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind. Der Herr der Verheißung zögert nicht, wie einige meinen, die von Verzögerung reden, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle zur Umkehr gelangen. Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb. Dann werden die Himmel mit Geprassel vergehen, die Elemente sich in Feuer auflösen und die Erde und die Werke auf ihr wird man nicht mehr finden. Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: Wie heilig und fromm müsst ihr dann leben, die Ankunft des Tages Gottes erwarten und beschleunigen! An jenem Tag werden die Himmel in Flammen aufgehen und die Elemente im Feuer zerschmelzen. Wir erwarten gemäß seiner Verheißung einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt. Deswegen, Geliebte, die ihr dies erwartet, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler in Frieden angetroffen zu werden!

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Markus 1,1-8

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn. Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja - Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird. Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! - , so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

"Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn". So beginnt das Markusevangelium, das uns in diesem Kirchenjahr begleitet. Das Evangelium ist die "gute Nachricht" von Jesus Christus. Es ist immer ein Neuanfang für den, der es hört. Daher hören wir das Evangelium nicht nur ein einziges Mal. Wir alle haben es nötig, es immer wieder neu zu hören, ja vielmehr niemals damit aufzuhören. In keinem Lebensabschnitt und in keiner Generation kann darauf verzichtet werden. Während wir auf das Evangelium hören, erneuert es unser Leben und befreit uns von den Ketten der Gegenwart und der Knechtschaft des Bösen.
Eine Zukunft wird kommen, und dieses Evangelium fordert uns dazu auf, sie vorzubereiten. Angesichts der Pandemie, die wir erlebt haben und die die Zerbrechlichkeit der Welt aufgezeigt hat, verkündet uns das Evangelium, dass "jemand" zu den Menschen kommt, um ihnen eine neue Zukunft und ewiges Heil zu bringen. Es gibt keine Zeit mehr für die Angst, die Nostalgie, die Resignation oder für das Hören auf andere Stimmen. Es besteht sonst die Gefahr, diese uns geschenkte Gelegenheit zu verpassen. Dieser Anfang des Evangeliums öffnet in ähnlicher Weise wie Johannes der Täufer den Weg für den Herrn, der kommt. Wenn wir das Evangelium lesen, darüber nachdenken und danach handeln, dann machen wir uns auf diesen Weg. Der "Weg des Herrn" hat nun auch uns erreicht, das Heil ist in unser Leben herabgestiegen.
Diese Überzeugung ist die Stärke des Täufers. Johannes hat es eilig damit, dass das Reich Gottes kommt und ruft mit lauter Stimme. Er resigniert nicht angesichts einer Welt ohne Hoffnung. Er schweigt nicht, sondern protestiert und spricht einschneidende Worte. Wie es für jede Predigt erforderlich ist, spricht Johannes zum Herzen der Menschen. Er möchte, dass sein Wort die Leere der Herzen füllt, die Berge von Egoismus einebnet, trennende Mauern niederreißt, bittere Ursachen für vergiftete Beziehungen beseitigt und Wege wieder gerade macht, die durch Hass, üble Nachrede, Gleichgültigkeit und Stolz krumm geworden sind.
Der Evangelist Markus merkt an: "Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus", um sich taufen zu lassen und ihre Sünden zu bekennen. Der Sonntagsgottesdienst und jede Kirche an sich, sei sie nun klein oder groß, werden zum Ort, an dem man sich beim Täufer und seiner Predigt versammelt. Wenn das Wort Gottes verkündet und gepredigt wird, dann öffnet sich der Weg zum Herrn. Selig sind wir, wenn wir die Verkündigung aufnehmen und auf diesem Weg gehen, denn er wird uns sicher zur Begegnung mit dem Herrn führen, der zu uns kommt.