Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 41,13-20

Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand ergreift und der zu dir sagt: Fürchte dich nicht, ich habe dir geholfen. Fürchte dich nicht, du armer Wurm Jakob, du kleines Israel! Ich habe dir geholfen - Spruch des HERRN. Und dein Erlöser ist der Heilige Israels. Siehe, zu einem Dreschschlitten mache ich dich, zu einem neuen Schlitten mit vielen Schneiden. Berge wirst du dreschen und sie zermalmen und Hügel machst du zu Spreu. Du worfelst sie und es verweht sie der Wind, es zerstreut sie der Sturm. Du aber jubelst über den HERRN, du rühmst dich des Heiligen Israels. Die Elenden und Armen suchen Wasser, doch es ist keines da; ihre Zunge vertrocknet vor Durst. Ich, der HERR, will sie erhören, ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht. Auf den kahlen Hügeln lasse ich Ströme hervorbrechen und Quellen inmitten der Täler. Ich mache die Wüste zum Wasserteich und das ausgetrocknete Land zu sprudelnden Wassern. In der Wüste pflanze ich Zedern, Akazien, Ölbäume und Myrten. In der Steppe setze ich Zypressen, Platanen und auch Eschen, damit alle sehen und erkennen, begreifen und verstehen, dass die Hand des HERRN dies gemacht hat, dass der Heilige Israels es erschaffen hat.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Vor allem in schwierigen Situationen geschieht es schnell, dass man die Liebe, das Erbarmen und die Kraft des Herrn vergisst und sich von Angst und Niedergeschlagenheit überwältigen lässt. Das gilt auch für uns, da in unserer Zeit Ängste um die Gegenwart und Zukunft zuzunehmen scheinen. Die Welt ist komplizierter geworden und kaum zu durchschauen. Die Macht des Bösen scheint sowohl durch die Umweltzerstörung als auch durch die Schwächung der geschwisterlichen Verbundenheit unter den Völkern an Boden zu gewinnen. Die tragische Pandemie hat unsere Schwächen offengelegt. Ungerechtigkeit scheint sich auszubreiten, während ein gemeinsamer Traum immer weniger zu finden ist. Doch in einer Welt, in der sich Angst und Wut gegenseitig aufschaukeln und eine Atmosphäre des Unbehagens und der Streitsucht fördern, kann man sich nicht wohlfühlen. Es hat den Anschein, dass nichts möglich ist. Zudem sind wir wie ein "armer Wurm", um das Bild des Propheten aufzugreifen. Doch er erinnert dabei an die Gegenwart Gottes, des Herrn der Geschichte, und sagt: "Fürchte dich nicht, du armer Wurm Jakob, du kleines Israel! Ich habe dir geholfen." Dieser Aufruf wird in diesem kurzen Abschnitt bei Jesaja mehrere Male wiederholt, um gleichsam die Angst zu vertreiben, durch die man die Liebe nicht erkennt, die uns begleitet hat. Wie oft wiederholt auch Jesus in den Evangelien, dass die Jünger ihm vertrauen und keine Angst haben sollen! Es ist zwar wahr: "Die Elenden und die Armen suchen Wasser, doch es ist keines da; ihre Zunge vertrocknet vor Durst." Doch erst recht trifft zu, dass der Herr ihnen bald zu Hilfe kommt. Der Prophet spricht über den neuen Exodus des Volkes Israel aus dem babylonischen Exil. Diese Befreiung wird noch umfassender sein als die erste beim Auszug aus Ägypten. Denn während das Volk Israel auf seinem Weg durch die Wüste nach der ersten Befreiung seinen Durst mit dem aus einem Felsen hervorquellenden Wasser gestillt hat, wird der Herr nun die gesamte Wüste verwandeln "zum Wasserteich und das ausgetrocknete Land zu sprudelnden Wassern". Durch diese Liebe des Herrn geschehen immer größere Wunder für sein Volk. Sie erreicht ihren Höhepunkt in Jesus, denn er ist nicht nur vom Himmel herabgekommen, um uns nahe zu sein, sondern er hat sogar sein Leben hingegeben, um uns aus Sünde und Tod zu befreien. Der Prophet schreibt, dass wir dazu aufgerufen sind, diese so große Liebe zu "sehen" und zu "erkennen" und uns von ihr im Herzen berühren zu lassen.