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Nach dem erneuten Schiffbruch der Migranten sollte Europa die Streitigkeiten beenden und etwas unternehmen

19 Januar 2019

Einwanderung

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Die Union sollte Mitleid zeigen mit den 117 Vermissten, ohne Zögern die Gefährdeten retten und einen Einsatzplatz in den Herkunftsländern umsetzen und Wege einer legalen Einreise ausarbeiten.

Nach dem erneuten dramatischen Schiffbruch von Migranten muss die Polemik aufhören und Mitleid gezeigt werden. Nach den Berichten der Überlebenden werden 117 Menschen vor Libyen vermisst, darunter auch schwangere Frauen und Neugeborene. Man darf nicht so tun, als sei nichts geschehen: ein Gefühl der Menschlichkeit muss uns alle vereinen, denn ihre Tragödie hat auch direkt etwas mit uns zu tun. Die Streitigkeiten sind wirklich ein Skandal – wie das in den vergangenen Tagen der Fall war – wegen einer kleiner Gruppe von Menschen, die schon gerettet wurden, aber nicht an Land gehen konnten: Während das Phänomen so weitreichende Dimensionen annimmt und nicht nur die Zukunft Afrikas, sondern auch die unseres Kontinents betrifft, müsste die Union die Streitigkeiten beenden und dem Mut haben, weitsichtige Vorschläge zu machen, die allein etwas den Menschenhändlern entgegensetzen können.

 

Vor allem müssen die in Not Geratenen gerettet werden, nicht nur auf dem Meer, sondern auch in der Wüste und in den Internierungslagern in Afrika. Zweitens muss mit Intelligenz und umfassend in den Herkunftsländern der Migration gehandelt werden, um den Frieden zu sichern und Beschäftigungsmöglichkeiten vor allem für Jugendliche zu schaffen. Drittens muss dringend auch über legale Zugangswege nachgedacht werden – wie die humanitären Korridore für Kriegsflüchtlinge – damit die Integration gefördert wird, denn dies ist die einzige menschlich, wirtschaftlich und sozial nachhaltige Lösung für ein Phänomen, das uns auch in den kommenden Jahren begleiten wird.