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Gebet mit Maria, der Mutter des Herrn. Online aus Sant'Egidio in Rom

17 März 2020 - ROM, ITALIEN

Gebet

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Psalm 119,105-120
Mt 7,21-27

Gebet mit Maria der Mutter des Herrn (IT - PDF)

Gebet mit Maria, der Mutter des Herrn               Mt 7,21-27

 

Liebe Brüder und Schwestern,

wir haben dieses Evangelium gehört, in dem Jesu uns verständlich macht, worin die Stabilität des Lebens liegt. In diesem Moment, während wir die meiste Zeit in unseren Wohnungen sind, spüren wir die Nähe dieser Worte, die uns auffordern, unser Haus auf Fels zu bauen. Und der gute Boden des Wortes Gottes ist in dieser Zeit wirklich der Ort, auf den wir das Haus unseres Lebens und unsere Tage gründen sollen, auch durch dieses Gebet, das uns jeden Tag vereint. Und wir können sagen, dass wir in einer schwierigen Zeit leben, wie Jesus sagt, es ist die Zeit des Regens, der tobenden Wassermassen, in der Stürme wehen: wie ein heftiges Unwetter und eine Überschwemmung, die über erfasst. Wir sind in einer Zeit der Überschwemmung, und das Coronavirus scheint alles zu erfassen. Doch „Gott ist uns Zuflucht und Stärke”, wie Psalm 46 sagt, „als Helfer in allen Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres“.

Und durch dieses Gebet verstehen wir, dass das Haus, das unser Leben ist, und das in dieser Zeit auch der Ort ist, in dem man wohnt und die meistes Zeit des Tages verbringt, nicht der Ort ist, in dem man sich abschließt. Denn die Gefahr besteht, das man das Haus des eigenen Lebens auf den Sand des Egoismus, der Selbstbezogenheit baut. Das ist die Versuchung der Einsamkeit, während man an sich denkt; doch dies ist der große Betrug, denn in der Zeit des Unwetters wird das Haus einstürzen. Kardinal Martini hat geschrieben: „Man darf den Feind nicht vergessen, der durch die Müdigkeit, die Langeweile, die Enttäuschung kommt und unser Haus schwächt. Da muss man mit Kraft widerstehen, widerstehen, widerstehen, widerstehen!“

Wie kann man in dieser Zeit widerstehen? Im Haus, wo man lebt, kann man viele Fenster öffnen hin zur Welt um uns herum. Unser Haus ist nicht isoliert, sondern steht mitten unter anderen, und in dieser Zeit können wir entdecken, dass es wertvoll ist, in der Nähe anderer Häuser zu leben, die an der Straße liegen, die Wohnungen im eigenen Gebäude. Dann sind es offene Fenster hin zur Welt. Es ist nämlich wertvoll, sich für das zu interessieren, was in der weiten Welt jenseits unseres gewöhnlichen Horizonts geschieht; man darf nicht bedrückt sein, indem man sich nur über die Dinge informiert, die über das Virus sprechen und viele Situationen und ferne Länder verdunkelt. Möge diese Zeit auch die Zeit der offenen Fenster sein, des eifrigen Interesses für die andere und für die Welt, eine Tiefe unseres Lebens, das uns auf weise und nicht oberflächliche Weise leben lässt. Der stärkste Fels ist der, den man in der Tiefe findet, den man durch die Lektüre der Bibel und die Nachrichten aus der Welt findet. Es sind Nachrichten, die über die Länder im Krieg sprechen und über Armut, Leid und Elend, die Nachrichten einer gemeinsamen Menschheit, die oft vergessen wird.

Jesus sagt, dass der in das Reich eintritt, der den Willen des Vaters erfüllt; und der Wille des Vaters ist es, niemanden von seinen Kindern verloren gehen zu lassen, und dass alle schon jetzt einen Platz und ein Haus haben, das wir für den bereiten, der allein gelassen wird. Gebe uns der Herr daher die Gnade, dass wir aus unseren Häusern in dieser Zeit offene Orte für seine Liebe zu allen Menschen machen, dass sie auch in den Stürmen, Wassermassen und Wolkenbrüchen vieler Schwierigkeiten immer eben im Fels der Liebe Gottes Sinn, Schutz und Kraft finden. Hören wir auf dieses Wort und leben wir es nicht nur für uns, sondern damit das Haus des Herrn in dieser Welt größer werde, ein gemeinsames Haus, das Zuflucht biete für viele und ein sichtbares und konkretes Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen ist.