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Jubiläum der Behinderten: "Auch wir können vielen helfen". Das Geschenk der Bewegung "Die Freunde" für Papst Franziskus

12 Juni 2016 - ROM, ITALIEN

BehinderteFreundePapst Franziskus

Ein Werk von Marianna Caprioletti, einer behinderten Künstlerin, für den Papst, das die weiße Kreuzigung von Chagall mit Szenen von syrischen Flüchtlingen neu interpretiert

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Papst Franziskus hat das Jubiläum der Kranken und Menschen mit Behinderung gefeiert. Vom 10. bis 12. Juni sind mehrere Tausend Pilger durch die heiligen Pforten gezogen und haben an Katechesen teilgenommen. Am Samstag Vormittag fand die Tagung "Du sollst immer an meinem Tisch essen" (2 Sam 9,1-13) statt, an dem auch eine Delegation der Bewegung "Die Freunde" der Gemeinschaft Sant'Egidio teilnahm. Sie wurde von Erzbischof Matteo Zuppi eingeleitet, der die Bedeutung dieser Tage erklärte: "In diesen Tagen haben wir wiederum gelernt, dass das Evangelium für alle ist. Davon sind immer noch nicht alle überzeugt, doch es ist wahr."

Bei der Tagung sprach auch Adriana Ciciliani von der Bewegung "Die Freunde" und erzählte ihre Geschichte. Sie sprach über die Begleitung durch die Freunde von Sant'Egidio, die Freude über die Hochzeit mit dem ebenfalls behinderten Fabrizio und über ein Einsatz der Behinderten für den Frieden: "Wir haben viel gebetet, dass niemand mehr durch Kriege stirbt. Uns gefällt der Frieden. Wir beten immer für Syrien. In diesem Jahr der Barmherzigkeit können wir allen, denen es schlechter geht als uns, sehr viel geben, denn wir haben alles und noch mehr."

Auch der Papst war bei dem Treffen anwesend und sprach über den Irrtum derer, die meinen, dass Behinderte nichts verstehen: "Jeder von uns hat eine andere Art des Verstehens der Dinge, der eine so und der andere anders. Doch alle können Gott erkennen."

Am Ende wurde Papst Franziskus ein Kunstwerk von Marianna Capriolettti geschenkt, sie ist eine Künstlerin mit Behinderung aus der Kunstwerkstatt der Gemeinschaft Sant'Egidio.  Marianna stellt oft schon existierende Bilder oder bekannte Werke der Kunstgeschichte nach und interpretiert sie entsprechend ihrer eigenen Art der Darstellung. Zu diesem Anlass hat sie die weiße Kreuzigung von Chagall neu interpretiert und die Jesusdarstellung - der ursprünglich von Darstellungen der Judenverfolgung in Mittel- und Osteuropa umgeben ist - mit Szenen von syrischen und irakischen Flüchtlingen auf dem Weg nach Europa abgewandelt. Zu den Füßen des Kreuzes stellt sie als Hoffnungszeichen die drei Familien dar, die Papst Franziskus bei der Rückkehr von der Insel Lesbos in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft Sant'Egidio mitgenommen hat.