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Sommerlager in den Bergen – Die Friedensschule in der Flüchtlingsunterkunft in München macht Urlaub

16 August 2016 - MÜNCHEN, DEUTSCHLAND

DeutschlandSchule des FriedensLand des RegenbogensJugend für den Frieden

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Sie kamen vor einigen Monaten aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, dem Iran, dem Irak und Nigeria nach Deutschland. Kinder, die mit ihren Eltern geflüchtet sind vor Krieg, Verfolgung, Armut und Bomben. Sie wohnen in der Bayernkaserne, der größten Flüchtlingsunterkunft Münchens. Die Jugendlichen für den Frieden der Gemeinschaft aus München haben diese Kinder Anfang des Jahres kennengelernt und treffen sich dort mit ihnen regelmäßig in der  Friedensschule. Jetzt waren alle eingeladen einige Tage gemeinsam im Voralpenland zu verbringen. 

Viele der Kinder sind noch nicht lange in Deutschland und sprechen daher noch nicht so gut deutsch. Sie halfen sich gegenseitig bei den Übersetzungen und schlossen Freundschaft miteinander. Nach einigen Tagen begannen sie auch ihre Fluchtgeschichten zu erzählen. Ein Junge war mit der Familie aus dem Iran geflohen und sie waren lange Strecken gelaufen. Er sagte: „Wir sind zu Fuß nach Deutschland gekommen..“ und er zählte alle Länder auf, durch die sie gelaufen waren. Ein anderer Junge erzählte, warum sie geflohen waren: „ Es fielen immer wieder Bomben, daher sind wir aus Syrien weggegangen. Wir sind erst mit dem LKW, dann zu Fuß, am Ende mit dem Boot geflohen.“. Ein Mädchen erzählte von der Fahrt über das Meer: „ Es war heiß, sehr heiß, ich war ganz verbrannt. Meine Mutter hatte große Schmerzen, dann mussten wir in ein anderes Boot wechseln, wir alle hatten großen Durst, aber das Wasser durften wir ja nicht trinken“. 

Das Sommerlager war für alle Tage des Lachens, der Freunschaft, des gemeinsamen Spielens. Die Kinder malten viele Bilder, Bilder mit dem Regenbogen, Landkarten von den Ländern, durch die sie gekommen waren und Bilder, die die Schönheit ihrer neuen Heimat wiederspiegeln. Höhepunkt war der Besuch auf einen Bergbauernhof, Kühe und Kälber zu streicheln, in einem richtigen Traktor zu sitzen und am Ende mit der Sommerrodelbahn ins Tal zu fahren. Es gab auch viel Zeit für gemeinsame Spiele, eine Schatzsuche und Wanderungen. Jeden Abend gab es ein Fest mit Theater, Liedern und Tänzen.

„Wie schön, dass wir unseren Traum von diesem Sommerlager mit den Kindern verwirklicht haben“ sagte eine Jugendliche. „Wie wertvoll ist mir die Freundschaft zu den Kindern, die uns die Welt erklären und sich so sehr nach einer friedfertigen Zukunft sehnen“. Auch das Deutsch verbesserte sich sehr, denn es war die einzig gemeinsame Sprache – neben der Sprache der Freundschaft.  

Artikel im Münchner Merkur: www.merkur.de/bayern/sommerlager-fluechtlingskinder-stueckchen-heimat-6656896.html