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Migranten: Pompei (Sant’Egidio) für Integration “ein Adoptionsmodell entwickeln”

19 September 2016

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“Es wird viel über Modelle für die Aufnahme von Migranten in Europa gesprochen: Ich glaube, dass das italienische Modell der Inklusion gegenüber Migranten als Adoptions-Modell bezeichnet werden kann”, sagte heute im Round-Table zum Thema “Migranten und Integration” anlässlich des Kongresses “Durst nach Frieden” in Assisi Daniela Pompei, die Verantwortlich für Immigration in der Gemeinschaft Sant’Egidio, die gemeinsam mit anderen die “humanitären Korridore” umgesetzt hat.

 

Pompei erläutert: “In der Geschichte Italiens gibt es die Tradition der Adoption von Kindern, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Aber seit mehr als 35 Jahren erbrachte dieses Adoptions-Modell bereits wertvolle Früchte hinsichtlich Themen der Immigration”. Ihrer Wahrnehmung nach haben “ungefähr mehr als die Hälfte der Immigranten (die großteils Frauen sind) Eingang in die Häuser der italienischer Familien gefunden, haben mit alten Menschen, Kindern, mit Menschen mit Behinderung gearbeitet, und so ist ein Adoptionssystem der Integration entstanden, da die Immigranten ins Herz der Kultur und der Familie aufgenommen wurden”.

 

Der Initiatorin in der Gemeinschaft Sant’Egidio zufolge muss man in dieses Modell investieren, um eine stärkere Entwicklung in diese Richtung zu ermöglichen.

 

Anhand von Daten zeigt Pompei auf, dass der zweite große Bereich, in der sich Integration abspielt, die Schule ist: “Ich möchte nicht sagen, dass es da keine Probleme gibt. Es gibt noch viel zu viel zu tun. Aber es scheint, dass sich dieser Zugang im Gesamten als positiv erweist”.

 

Daniela Pompei führt aus, dass “das Adoptions-Modell die Zivilgesellschaft miteinbezogen hat, wie wir es nach dem Tod des kleinen Aylan Kurdi im vergangenen Jahr gesehen haben”.

 

“Als Gemeinschaft Sant’Egidio”, sagte sie abschließend, “konnten wir in diesem Jahr die Aufnahme über die humanitären Korridore erleben. Viele – Einzelpersonen, Familien, Vereine, Unternehmer, Pfarren – haben uns kontaktiert, um Wohnraum, Gastfreundschaft und menschliche Unterstützung anzubieten. Die Integration kann gut gelingen, wenn sie von der Zivilgesellschaft gestützt wird”.