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Der Kardinal und der Imam von Bangui sprechen über den Friedensprozess in der Zentralafrikanischen Republik als ein übertragbares Modell

18 Februar 2017 - BARCELONA, SPANIEN

Zentralafrika
BarcelonaFriedensgebet

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Der Erzbischof von Bangui, Kardinal Dieudonné Nzapalainga, und der Imam der dortigen Zentralmoschee, Kobine Layama, wurden vor kurzem mit dem Preis für Brüderlichkeit 2016 der Zeitschrift Mundo Negro ausgezeichnet und haben die Gemeinschaft Sant'Egidio in Barcelona besucht.
Der Kardinal und Imam haben lange gemeinsam gearbeitet, um eine Lösung für den politisch-militärischen Konflikt zu finden, der den Frieden erschüttert hatte.

Der noch junge Frieden in der Zentralafrikanischen Republik ist eine positive Geschichte, deren Auswirkungen über das Land hinausgehen. Er beinhaltet auch ein Modell der Geschwisterlichkeit von Christen und Muslimen, das übertragen werden muss.


Der Kardinal nahm am Friedensgebet der Gemeinschaft für die Zentralafrikanische Republik teil und sagte in seiner Meditation über die Seligpreisungen: "Gott möchte, dass wir selig sind, doch nicht allein sondern mit den Anderen. Das kann man auch beim Bündnis von Sant'Egidio mit den Armen erkennen." Kurz zuvor hatte er die Mensa der Gemeinschaft (Casa de la Solidaridad) besucht und einige Obdachlose getroffen.
Auch der Imam hob die wichtige Bedeutung eines "geschwisterlichen Lebens für den Aufbau einer Zukunft in Frieden" hervor.


Die Gemeinschaft Sant'Egidio hat von Anfang an für den nationalen Versöhnungsprozess in der Zentralafrikanischen Republik gearbeitet und bewiesen, dass die Religionsoberhäupter eine friedensstiftende Kraft besitzen. Bei seinem Besuch der Gemeinschaft in Rom im November hatte der Kardinal schon über den Erfolg einer Methode gesprochen, die das zentralafrikanische Volk überzeugt hat. Sie hat auch "viele Jugendliche vor der Manipulation einer Kampfespropaganda bewahrt und ein heiliges Bündnis geschaffen: Katholiken, Muslime und Protestanten im gemeinsamen Einsatz zur Wiederherstellung des Friedens". Als Waffen dienten "Gebet und Dialog", um die Religionen von der "sie entstellenden Gewalt zu befreien". In diesem Sinn, so sagte der Kardinal, "war die Krise auch ein Anlass, um das authentische Gesicht der Religionen zu zeigen. Sie hat dazu geführt, dass man zur Vernunft des Friedens umgekehrt ist".