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Lesen und Schreiben lernen im Gefängnis – so beginnt die Freiheit

14 August 2017 - MAROUA, KAMERUN

GefängnisKamerun

Das Programm „Gefangene befreien“ für Straßenkinder in Kamerun

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Im Gefängnis von Maroua in Norden Kameruns sind auch einige Jugendliche, obwohl es eine Justizvollzugsanstalt für Erwachsene ist. Viele von ihnen wurden von verschiedenen bewaffneten, in diesem Gebiet aktiven Gruppen, wie z.B. Boko Haram im benachbarten Nigeria entführt (oder sogar verkauft) und zu Kindersoldaten gemacht.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio von Maroua besucht sie regelmäßig und fördert ihre Reintegration in die Gesellschaft, nachdem die Strafe verbüßt ist. Es beginnt mit der Alphabetisierung. Denn viele von ihnen können weder lesen noch schreiben.

Dann wird Rechtsbeistand angeboten. Wie schon berichtet wurde, muss neben der Haftstrafe noch eine Gebühr bezahlt werden, die ärmere und vor allem minderjährige Gefangene, die oft keine Familie haben, nicht bezahlen können. Daher hat die Gemeinschaft das Programm „Gefangene befreien“ (weitere Informationen).

Durch dieses Programm konnten in den vergangenen Wochen 22 Jugendliche freigelassen werden. Ihr – französischer – Brief zeigt nicht nur die freundschaftliche Verbundenheit mit ihnen – was sehr wichtig für diese Jugendlichen ist, die nur Ausbeutung und Verlassenheit erlebt haben – sondern auch den Weg in der Zeit der Gefangenschaft. Nun besitzen sie Mittel, um das Leben zu bewältigen. Sie sind nicht mehr allein mit den Anforderungen.


 

  Der Brief

 

“Durch Euch ist in unseren Herzen die Lebenshoffnung zurückgekehrt. Als wir ins Zentralgefängnis von Maroua kamen, waren wir halb tot. Hier haben wir eine neue Familie gefunden: die Gemeinschaft Sant’Egidio. Jetzt sind wir frei, wir atmen saubere Luft. Durch Eure Hilfe haben wir lesen und schreiben gelernt, denn als wir ankamen, konnten wir nichts verstehen weder Französisch noch Foufouldé (die Ortssprache). Vielen Dank für das neue Leben, das Ihr uns geschenkt habt.

Unterschrift „Die befreiten Freunde