news

Das Gedenken an die Märtyrer bei “Wege des Friedens”

11 September 2017

#peaceispossibleMünster 2017#pathsofpeace

Der Sohn von Pastor Schneider: „Angesichts der zunehmenden Aufrüstung und der Kriege hätte mein Vater nicht geschwiegen“

Teilen Auf

"Martyrium: Erinnerung und Realität für die Christen" ist der Titel eines der 24 Round-Tables beim Kongress "Wege des Friedens", der von der Gemeinschaft Sant´Egidio in Münster (Deutschland) organisiert hat.
Bischof Epiphanios von der Koptisch-Orthodoxen Kirche erinnerte an die ägyptischen Christen, die Opfer von Attentaten und Terrorismus sind. "Unsere Kirche hat einen Gedenktag für die Märtyrer festgelegt, anlässlich des Jahrestages der in Libyen von IS getöteten Arbeiter, die am Strand von Sirte im Februar 2015 enthauptet worden sind". Bischof Epiphanios sieht die Herausforderung darin, zu vermeiden, dass sich das Gedenken in Hass wandle: "In der Heiligen Schrift lesen wir den Aufruf:  Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!"

Das Gedenken an die Märtyrer in der sowjetischen Zeit muss laut Bischof Gennadij vom Patriarchat in Moskau die Christen drängen zu einer "stärkeren Solidarität angesichts der vielen, die heute Opfer von Verfolgung sind". Er fügte hinzu, dass "in der heutigen Welt einer von vier Christen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit diskriminiert wird, und jeden Tag Christen aufgrund ihres Glaubens sterben".

Hovakim Manukyan, der armenisch-orthodoxe Bischof von Großbritannien, erinnerte an die über eineinhalb Millionen Opfer des Genozids an den Armeniern. "Dieses Gedenken ruft uns dazu auf, sich vor der Manipulation von Religion durch Politik in Acht zu nehmen".

Zum Abschluss des Panels vernahm man das berührende Zeugnis von Karl-Adolf Schneider, dem Sohn des evangelischen Pastors Paul, welcher 1939 im KZ Buchenwald von den Nazis ermordet worden ist. "Sein Erbe verlangt von uns Position zu beziehen in einer Zeit, wo gerade wieder begonnen wird, die Rüstungsspirale neu anzukurbeln, wo Krieg, große Not und Elend die Menschen in Flüchtlingslager drängt". Angesichts dessen, merkte er abschließend an, "hätte mein Vater sicher nicht geschwiegen".