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Sant’Egidio gedenkt Prof. Joachim Gnilka, der im 90. Lebensjahr verstorben ist

31 Januar 2018 - MÜNCHEN, DEUTSCHLAND

DeutschlandFriedensgebet

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Heute fanden in München das Requien und die Beisetzung von Prof. Gnilka statt. Er wurde 1928 geboren und war ein weltbekannter Professor für Exegese des Neuen Testaments und Bibelhermeneutik. Von 1975 bis 1997 lehrte er an der Universität München und gehörte zu den bekanntesten und geachtetsten katholischen Bibelwissenschaftlern. Er veröffentlichte zahlreiche bedeutende wissenschaftliche Werke und zahlreiche andere Schriften über das Neue Testament und vor allem die paulinischen Schriften, die einen großen Leserkreis fanden. Zuletzt schrieb er mehrere Bücher über die Beziehung von Christentum und Islam. Seit vielen Jahren war er mit der Gemeinschaft Sant’Egidio in einer engen Freundschaft verbunden. An zahlreichen von der Gemeinschaft organisierten internationalen Friedenstreffen nahm er teil und bereicherte den Weg im „Geist von Assisi“ und den Religionsdialog durch seine Beiträge.

Beim Friedenstreffen in Antwerpen im September 2014 sprach er zusammen mit anderen Religionsoberhäuptern beim Podium mit dem Titel „Wer auf Gott blickt, sieht den Menschen“ und sagte: „Wir haben das Evangelium, die gute Weisung Jesu, sein eindringliches Wort, das fast jedem einleuchtet, aber wer hält sich daran? Haben wir uns im großen Rahmen nicht an dieser Weisung vergangen? Wie viele Kriege haben Christen gegeneinander geführt! Die Kriege werden immer schlimmer und grausamer, wenn wir an die beiden Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts denken. Papst Benedikt (Prof. Joseph Ratzinger) hat in einer Adventspredigt im Dom zu Münster (Dezember 1964) mit zu Herzen gehenden Worten auf dieses Dilemma hingewiesen. Er fragt sogar, ob man nach dem Kommen Jesu vor 2000 Jahren von einer christlichen Ära sprechen könne, nachdem diese Ära genauso voller Auseinandersetzungen ist wie die Ära davor. Er plädierte dafür – und diesem Plädoyer möchte ich mich anschließen – zu sagen, entscheidend sei, ob etwas mit Christus oder ohne oder sogar gegen Christus passiert. Nur die Übereinstimmung mit Christus gibt einer Zeit, einer Epoche und auch einem individuellen Leben eine christliche Qualität.“